«Wir wollen eine Stärkung des Militärs mit Manpower»
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SVP-Dettling zum Zivildienst:«Wir wollen eine Stärkung des Militärs mit Manpower»

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abstimmung vom 14. Juni
Zivis werden künftig härter angepackt

Das Stimmvolk hat entschieden und sagt Ja zur neuen Zivildienst-Reform. Blick beantwortet die wichtigsten Fragen.
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Der Zivildienst soll unattraktiver werden.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Neue Regeln sollen den Zivildienst unattraktiver machen, um Abwanderung aus der Armee zu stoppen
  • Das Stimmvolk sagt Ja zur Vorlage
  • 2025 gab es 7211 Zulassungen zum Zivildienst, stetiger Anstieg seit 2021
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Wer nicht durch den Wald robben und stundenlange Wachen schieben will, kann heute relativ einfach den Militärdienst verweigern und in den Zivildienst wechseln. Doch das soll jetzt erschwert werden. Die Schweizer Bevölkerung hat am Sonntag Ja gesagt zur Reform des Zivildienstes. Zivis werden künftig härter angepackt.

Die Bürgerlichen freuen sich über das Resultat. «Eine Mehrheit des Schweizer Stimmvolkes sagte heute: Der Zivildienst soll eine Ausnahme und keine Alternative zum Militärdienst bleiben», schreibt die FDP in einer Mitteilung. Die links-grüne Nein-Allianz deutet das knappe Ergebnis so, dass der Zivildienst in der Gesellschaft einen grossen Rückhalt geniesse. «Umso mehr gilt es nun, die weiteren Angriffe auf den Zivildienst abzuwehren.» Blick beantwortet die wichtigsten Fragen zum Entscheid.

Was wird sich ändern?

Bundesrat und Parlament wollen mit sechs Massnahmen erreichen, dass weniger Leute vom Militär in den Zivildienst «abschleichen».

  • Wer in den Zivildienst wechselt, muss mindestens 150 Zivildiensttage leisten, unabhängig davon, wie viele Tage im Militär noch übrig wären.
  • Wer alle Armee-Ausbildungstage gemacht hat, kann nicht mehr die Schiesspflicht umgehen, indem er in den Zivildienst wechselt.
  • Auch Unteroffiziere und Offiziere sollen 1,5 Zivildiensttage pro Militärdiensttag leisten. Bislang galt für sie ein tieferer Faktor.
  • Einsätze, die ein begonnenes Medizinstudium verlangen, sind nicht mehr erlaubt. Dies, weil der Armee medizinisches Personal fehlt.
  • Zivis müssen ab dem Jahr nach dem ersten Einsatz jährlich Dienst leisten.
  • Wer vor oder während der RS ein Gesuch für den Zivildienst stellt, muss neu den langen Einsatz von 180 Tagen bereits im Jahr nach der Zulassung absolvieren.

Wer macht noch Zivildienst?

Der Zivildienst ist beliebt: 2025 gab es 7211 Zulassungen, seit 2021 ist die Zahl von über 6100 stetig gestiegen. 2008, als es noch eine Gewissensprüfung gab, gab es rund 3700 Zulassungen.

Kommt die Gewissensprüfung zurück?

Nein, darüber haben wir nicht abgestimmt. Doch es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Gewissensprüfung bald wieder zum Thema wird: Der Bundesrat muss im Auftrag des Nationalrats einen Bericht über eine mögliche Wiederaufnahme schreiben.

2009 ist die Gewissensprüfung abgeschafft worden. Wer keinen Militärdienst leisten will, muss einen sogenannten «Tatbeweis» erbringen, indem er einen 1,5-mal so langen Ersatzdienst im Zivildienst leistet.

Bis die Gewissensprüfung tatsächlich wieder eingeführt wird, dauert es aber noch. Nach dem Bericht beginnt der politische Prozess, der dürfte noch Jahre dauern. Das relative knappe Resultat interpretieren die Gegner so, dass der Zivildienst nicht weiter geschwächt werden darf.

Was bedeutet das für das Militär?

Der Bund möchte, dass weniger Leute aus dem Militärdienst in den Zivildienst abwandern. Mit dem neuen Gesetz soll sichergestellt werden, dass Armee und Zivilschutz genügend Leute bekommen.

Wann wird zwischen Militär und Zivildienst gewechselt?

Der grösste Teil der Zulassungen im vergangenen Jahr, nämlich 55,4 Prozent, wechselte schon vor der Rekrutenschule, 11,2 Prozent während der RS und etwas mehr als ein Drittel nach bestandener RS.

Wo kann man Zivildienst machen?

Über die Hälfte aller Zivi-Einsätze werden im Sozialwesen geleistet, also zum Beispiel im Alters- oder Pflegeheim. Zivis lesen den älteren Menschen vor, gehen mit ihnen spazieren, helfen bei der Körperpflege oder begleiten sie zu Arztbesuchen oder Veranstaltungen.

Auch im Schulwesen – also zum Beispiel als Klassenassistenz – oder im Gesundheitswesen gibt es viele Aufträge. Insgesamt machen diese drei Branchen über drei Viertel aller Diensttage aus. Sie könnten nun an Personal verlieren.

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