Darum gehts
- Seit 2008 haben sich die Zivildienst-Zulassungen mehr als vervierfacht
Verband Militärischer Gesellschaften fordert Einschränkungen
Am 14. Juni stimmt das Volk über Änderungen am Zivildienstgesetz ab
Der Zivildienst hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden 7211 Personen zugelassen, wie der Verband Militärischer Gesellschaften Schweiz (VMG) mitteilte.
Auch bei den geleisteten Diensttagen sei mit knapp 1,9 Millionen ein neuer Rekord verzeichnet worden. Im Jahr 2008 habe es noch rund 1600 Zulassungen gegeben.
VMG fordert rasche Reform
Der VMG sieht in den hohen Zahlen ein Problem für die Bestände der Armee – gerade vor dem Hintergrund der sich verschärfenden sicherheitspolitischen Lage in Europa und weltweit. Die jährlichen Wechsel in den Zivildienst entsprächen ungefähr der personellen Stärke einer Kampfbrigade, schrieb der Verband.
Er fordert deshalb eine rasche Revision des Zivildienstgesetzes. Diese sieht mehrere Massnahmen vor, um den Übertritt von der Armee in den Zivildienst einzuschränken. Unter anderem sollen Angehörige der Armee nicht mehr wechseln können, wenn sie keine Diensttage mehr zu leisten haben. Nach Ansicht des Verbands soll der Zivildienst wieder stärker als Ersatzdienst für Personen mit Gewissenskonflikt ausgestaltet werden.
Abstimmung über Zivildienstgesetz
Am 14. Juni stimmt das Volk über Änderungen am Zivildienstgesetz ab. Das Parlament will die Hürden für den Wechsel von der Armee in den Zivildienst erhöhen, damit Armee und Zivilschutz mehr Personal zur Verfügung haben.
Ein linkes Komitee bekämpft die Vorlage mit dem Referendum. Die Gegner gehen davon aus, dass mit den Verschärfungen das Zivildienstpersonal um rund 40 Prozent reduziert würde und die Institution als Ganzes gefährdet wäre.