Bürgenstock-Deal und G7
Die Schweizer Polizei kommt in den Gipfel-Stress

Mit dem Bürgenstock-Gipfel kommt nach dem G7-Gipfel gleich die nächste sicherheitspolitische Herausforderung für unsere Polizisten. Sogar Posten werden dafür geschlossen.
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Auf dem Bürgenstock soll der Deal zwischen den USA und dem Iran abgeschlossen werden.
Foto: PD

Darum gehts

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  • Am Freitag schliessen Polizeiposten in Sarnen, Horw und Altdorf wegen Sicherheitsaufgebot
  • 2000 Soldaten und Polizei schützen US-Iran-Konferenz auf dem Bürgenstock
  • 2024 zahlte der Bund 30 Mio. CHF für Sicherheitskosten bei Grossanlässen
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Wer am kommenden Freitag in Sarnen OW, Horw LU oder Altdorf UR beispielsweise eine Anzeige auf dem Polizeiposten stellen will, steht möglicherweise vor verschlossenen Türen. Weil auf dem Bürgenstock am Freitag eine Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran unterschrieben werden soll, schliessen die Zentralschweizer Polizeikorps mehrere Posten.

Die Beamten werden gebraucht. Schliesslich müssen die Polizei zusammen mit 2000 Soldaten die Bevölkerung und die Konferenzteilnehmer schützen. Verantwortlich ist die Kantonspolizei Nidwalden, sie erhält aber Unterstützung von Polizeikorps aus anderen Kantonen. 

Es ist nicht die einzige Belastungsprobe für die Polizisten im Land. In Evian FR fand in dieser Woche der G7-Gipfel statt. Auch die Schweiz war davon betroffen, da die Staatsgäste über den Flughafen Genf anreisten. Am Sonntag kam es zudem zu einer grossen Demonstration mit rund 20'000 Personen

«Belastung ist in vielen Polizeikorps seit Jahren sehr hoch»

Die erhöhte Belastung merkt auch der Verband Schweizerischer Polizeibeamten. «Die Belastung ist in vielen Polizeikorps seit Jahren sehr hoch und solche Grossanlässe sind eine weitere Belastung», schreibt eine Mediensprecherin. «Wenn wir dann informiert werden oder sehen, wo unsere Kolleginnen und Kollegen logiert werden, können wir nur vermuten, dass der Stresspegel noch höher steigt.» 

Wegen des Personalmangels bleibe auch nach den Ereignissen nicht genügend Zeit für Erholung. «Überstunden können kaum kompensiert werden.»

Der Verband fordert, dass bei planbaren Grossanlässen geeignete Mindeststandards gelten. Also keine Feldbetten, Campingliegen oder Luftmatratzen, die Toiletten und Duschen sollten sich in Zimmernähe befinden. 

Die Korps müssten bei Grossereignissen wohl Prioritäten setzen, schätzt der Verband. «Was sicherlich als Erstes darunter leidet, ist die sehr wichtige Arbeit der Prävention.»

Kosten sind gestiegen

Solche internationalen Grossereignisse sind nicht nur eine Belastung für die Polizisten, sondern auch für das Budget. Die Schweiz trägt die Hauptverantwortung dafür, dass hohe Politiker unversehrt bleiben. Über die Kosten herrscht viel Geheimniskrämerei. Konkrete Summen werden selten genannt.

Einen Hinweis geben die Beträge, die der Bund den Kantonen dafür überweist: Im Jahr 2024 waren das insgesamt rund 30 Millionen Franken, wie Blick berichtete. Zum Vergleich: Bis 2012 lagen die Kosten jeweils noch unter zwölf Millionen Franken. Bei den Bundesabgeltungen geht es nicht nur um ausländische Polit-Prominenz. Die Pauschalen decken zum Beispiel auch die Sicherheit von Bundesräten ab. 

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