50'000 Demonstranten erwartet
Genf vor G7-Gipfel im Ausnahmezustand

Der G7-Gipfel im französischen Évian sorgt für Unruhe in Genf. 50'000 Demonstrantinnen und Demonstranten werden erwartet, während 7000 Polizisten Ausschreitungen verhindern sollen. Läden versuchen sich vor Schäden zu schützen.
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Vor der Mega-G-7-Demonstration in Genf beschlagnahmte die Polizei gefährliche Gegenstände.
Foto: Genfer Polizei

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Genf erwartet grosse Anti-G7-Proteste; Gipfel startet Montag in Évian, Frankreich
  • Über 7000 Sicherheitskräfte für 50'000 erwartete Demonstrierende im Einsatz
  • Genf richtet Sechs-Millionen-Hilfsfonds für mögliche Schäden ein

Der Geist der Anti-G8-Proteste 2003 spukt erneut in Genf. Wie schon vor 23 Jahren rüstet sich die grösste Stadt der Westschweiz gegen die bevorstehenden Demonstrationen. Der französische Präsident Emmanuel Macron (48) hat zum G7-Gipfel nach Évian am Genfersee geladen. Nächsten Montag beginnt das Treffen der sieben grössten Länder der Welt, wobei Russland seit dem Einmarsch in die Ukraine ausgeschlossen ist.

Genf ist rund 50 Kilometer vom Gipfelort Évian entfernt. Weil Frankreich allerdings keine Anti-G7-Proteste duldet, wird in der Westschweizer Metropole bewilligt gegen den Anlass demonstriert. Die Polizei rechnet mit rund 50'000 Teilnehmenden aus aller Welt.

In einem Update am Sonntagnachmittag erklärte die Polizei, eine grosse Anzahl an gefährlichen Gegenständen beschlagnahmt zu haben. Die von der Polizei aufgeführten «Gegenstände, die als Waffen oder Angriffsmittel verwendet werden können», sind folgende: Messer, Äxte, Teleskopschlagstöcke, Gaskanister, Boulekugeln, Feuerwerkskörper und «pyrotechnische Geräte (Rauchbomben, Handfackeln, Bodensprengsätze, usw.». 

Keine Unterstützung aus Frankreich

Die Entscheidung Frankreichs, keine Proteste zuzulassen, sorgt in Genf für rote Köpfe. Das Nachbarland ist auch auf Bitten um finanzielle Beteiligung an den Sicherheitskosten nicht eingegangen, wie Watson berichtet.

Diese Kosten dürften erheblich sein. Mehr als 7000 Sicherheitskräfte sind am Sonntag in Genf im Einsatz, um Proteste gegen den G7-Gipfel zu begleiten. Dieses grosse Aufgebot kommt nicht von ungefähr. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Demonstration gegen den Wirtschaftsgipfel in Genf eskaliert.

Geschäfte mit Holzbrettern verbarrikadiert

Bereits 2003 fand das Treffen, damals noch der G8-Gipfel, in Évian statt. Die damaligen Proteste in Genf waren zunächst friedlich verlaufen. Doch dann steckten Aktivisten auf dem Weg zurück ins Stadtzentrum eine Tankstelle in Brand. Polizisten hätten dann versucht, die Menge abzudrängen. Daraufhin begannen Aktivisten laut SRF, die Polizei mit Steinen zu attackieren und Geschäfte zu verwüsten.

Die Demonstration gipfelte schliesslich in Strassenschlachten und Plünderungen. Die Schäden kosteten die Stadt, den Kanton und alle privaten Betroffenen Millionen von Franken. Dementsprechend gross ist in Genf die Angst vor einer Wiederholung des G8-Debakels.

Zahlreiche Läden verbarrikadieren ihre Fensterfronten seit Tagen mit Holzbrettern. Die Nachfrage nach Brettern ist so gross, dass einzelne Läden leer ausgehen. Die Geschäfte gehen wegen des G7-Gipfels von empfindlichen Einbussen bei den Einnahmen aus. Der Kanton Genf hat einen Hilfsfonds von 6 Millionen Franken eingerichtet, um Läden für allfällige Schäden durch Ausschreitungen zu entschädigen.

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