Darum gehts
- Veronica Fusaro tritt am 70. Eurovision Song Contest in Wien auf
- Ihr Song «Alice» thematisiert Gewalt an Frauen und ist sehr persönlich
- Die 29-Jährige aus Thun träumt seit Kindheit vom weltweiten Teilen ihrer Musik
Noch knapp einen Monat geht es, bis Veronica Fusaro (28) den Auftritt ihres Lebens absolviert. Sie singt am 14. Mai im zweiten Halbfinale des 70. Eurovision Song Contest in Wien mit dem Titel «Alice» um den siebten Schweizer Finaleinzug in Folge. Der Titel dreht sich um Gewalt an Frauen. Ein Thema, mit dem die Musikerin aus Thun BE aufrütteln und punkten will.
Mit Fusaro schickt das SRF eine etablierte Schweizer Künstlerin zum ESC. Sie stand schon beim Montreux Jazz Festival oder auch beim Glastonbury in Grossbritannien auf der Bühne. Gegenüber Blick erklärt die queere Musikerin ihre Welt.
Die Kindheit
«Meine Kindheit war schön, mir hat es an nichts gefehlt. Ich bin mit viel Liebe und einem Bruder in einer Mittelklasse-Familie in Thun, in der Nähe des Sees aufgewachsen. Das war cool. Und finde es toll, dass ich mit zwei Kulturen aufwachsen durfte: mit der schweizerischen und der italienischen.»
Thun und Bern
«Ich schätze extrem, dass ich in Thun aufwachsen durfte. Die Ruhe, die die dort ersichtlichen Berge ausstrahlen, habe ich fest in mir verankert. Das hilft mir in turbulenten Zeiten. Heute wohne ich in Bern. Eine coole Stadt. Nicht riesig, aber es hat kulturell sehr viel zu bieten. Ich habe mich sehr schnell zu Hause gefühlt.»
Fussball
«Mein zweitgrösster Traum, neben Rockstar zu werden, war, in der italienischen Nationalmannschaft zu spielen. Lustigerweise in der Männertruppe, da ich damals nicht wusste, dass es auch ein Frauenteam gibt. In meiner Kindheit habe ich oft Fussball gespielt und immer alle Freunde aus dem Quartier dafür zusammengetrommelt. In einem Verein war ich aber nie.»
Meine schlechte Angewohnheit
«Ich vertrödle so viel Zeit beim Ins-Bett-Gehen. Das ist so eine dumme Angewohnheit. Wenn ich sage, ich gehe schlafen, habe ich immer noch 20 Minuten. Weil ich mich abschminke, weil ich noch das kurz aufräumen will, weil ich noch das Outfit für morgen parat mache. Immerhin bin ich sehr organisiert, das ist eine gute Sache.»
Tattoos
«Ich habe drei: einen Mond, weil ich die Nacht schön finde, ein ‹To Be› wegen Hamlets ‹To be or not to be› und ein Zeichen für den Kleinen-Finger-Schwur.»
Meine Narbe
«Am Kinn habe ich eine Narbe. Als Kind bin ich mit Fussballschuhen auf dem Asphalt ausgerutscht und mit dem Kinn am Boden aufgeprallt. Immerhin habe ich mir keine Zähne rausgeschlagen.»
Mein Lieblingsessen
«Ich liebe die Parmigiana von meinem Mami. Das ist, für die, die es nicht kennen, ein italienischer Auberginenauflauf. Ultrafein, ich liebe es. Meine eigene Parmigiana kann schon bald mit der von meiner Mutter mithalten. Mein Mami hat mir immerhin schon Komplimente dafür gemacht.»
Seit Luca Hänni im Jahr 2019 stand jeder hiesige ESC-Act auch in der Endrunde des grössten Musikwettbewerbs der Welt. Ob das auch Fusaro gelingt, bleibt abzuwarten. Wettbüros sehen sie nicht im Finale. Lediglich 40 Prozent Qualifikationschancen sehen die Buchmacher für den Schweizer Beitrag.
Fusaro lässt sich davon nicht beeindrucken. «Auf die Wettbüros schaue ich erst nach dem Halbfinale. Davor bringt das nichts», sagt sie im Gespräch mit Blick. «Die Performance wird noch entscheidend sein. Und wie meine aussieht, weiss aktuell niemand.»
Ihre Ziele steckt sie sich trotzdem hoch. «Ich will das Ding schon nach Hause nehmen», sagt Fusaro selbstbewusst. «Ich habe Bock und bin mega stolz auf den Song. Mein persönlich grösstes Ziel ist aber, dass ich im Moment bin, bei mir bleibe und zu meiner Musik stehe. Alles Weitere werden wir sehen.»
Angst, Schaden von ihrer ESC-Teilnahme zu tragen, hat sie nicht. «Nach Mai ist das ESC-Ding durch», sagt sie. «Ich habe mir mit meinem Management eine nachhaltige Karriere aufgebaut. Ich glaube nicht, dass im Fall eines Ausscheidens Nachteile für mich entstehen können.»
Seit Luca Hänni im Jahr 2019 stand jeder hiesige ESC-Act auch in der Endrunde des grössten Musikwettbewerbs der Welt. Ob das auch Fusaro gelingt, bleibt abzuwarten. Wettbüros sehen sie nicht im Finale. Lediglich 40 Prozent Qualifikationschancen sehen die Buchmacher für den Schweizer Beitrag.
Fusaro lässt sich davon nicht beeindrucken. «Auf die Wettbüros schaue ich erst nach dem Halbfinale. Davor bringt das nichts», sagt sie im Gespräch mit Blick. «Die Performance wird noch entscheidend sein. Und wie meine aussieht, weiss aktuell niemand.»
Ihre Ziele steckt sie sich trotzdem hoch. «Ich will das Ding schon nach Hause nehmen», sagt Fusaro selbstbewusst. «Ich habe Bock und bin mega stolz auf den Song. Mein persönlich grösstes Ziel ist aber, dass ich im Moment bin, bei mir bleibe und zu meiner Musik stehe. Alles Weitere werden wir sehen.»
Angst, Schaden von ihrer ESC-Teilnahme zu tragen, hat sie nicht. «Nach Mai ist das ESC-Ding durch», sagt sie. «Ich habe mir mit meinem Management eine nachhaltige Karriere aufgebaut. Ich glaube nicht, dass im Fall eines Ausscheidens Nachteile für mich entstehen können.»
Meine Idole
«Amy Winehouse, Frank Ocean, Chappell Roan, Michael Jackson und Lady Gaga finde ich mega cool. Mir gefallen Acts, die auf ihre eigene Art und Weise authentisch sind. Und eine einzigartige Stimme haben.»
Die Liebe
«Die Liebe ist wunderschön. Mehr will ich dazu nicht verraten.»
Meine Haare
«Mein Tipp: wenig schneiden und nur zwei-, maximal dreimal in der Woche waschen. Dann bleiben sie schön.»
Eurovision Song Contest
«Bei mir flossen Tränen, als ich im Dezember erfahren habe, dass ich die Schweiz am ESC repräsentieren darf. Mein grösster Traum, seit meiner Kindheit, ist, dass ich meine Musik mit der ganzen Welt teilen kann. Und wo kann man das besser als am grössten Musikwettbewerb der Welt?»
Musik
«Ich bin so dankbar für Musik, denn es ist so viel mehr als Worte und Melodien. Sie ist für mich eine riesige Hilfe, fast wie Therapie.»
Mein ESC-Titel «Alice»
«‹Alice› ist eine Offenbarung meiner Gedanken, was mega intim ist. Es ist ein Song, den ich auch in 50 Jahren noch toll finden werde. Entsprechend wird ‹Alice› jetzt zu etwas noch Besondererem für meine Erinnerungen, weil ich ihn auf dieser riesigen ESC-Bühne spielen darf.»
Der Eurovision Song Contest findet am 12., 14. und 16. Mai in Wien statt. SRF strahlt alle drei Shows aus.