Darum gehts
- Veronica Fusaro vertritt Schweiz mit «Alice» beim Eurovision Song Contest in Wien
- Song thematisiert Gewalt an Frauen und enthält queere Storyline im Musikvideo
- Auswahl aus 493 Songs; Schweiz auf Wettplatz 17 für ESC 2026
Jetzt ist es fix: Die Thunerin Veronica Fusaro (28) wird die Schweiz mit dem Lied «Alice» am 70. Eurovision Song Contest in Wien vertreten. Mit dem Rock-Titel mit vielen Gitarrenklängen, in dem sie über Gewalt an Frauen singt, kämpft sie am 14. Mai 2026 im zweiten ESC-Halbfinale ums Weiterkommen für die Schweiz.
«Alice ist für mich ein sehr wichtiges Lied, weil es so ein wichtiges Thema anspricht», sagt Fusaro im Gespräch mit Blick. «Dass ich es jetzt auf so einer grossen Bühne zum Besten geben darf, erfüllt mich mit Stolz.» Die Figur Alice stehe stellvertretend für Frauen, die Gewalt in verschiedenen, auch nicht sichtbaren Formen erfahren, heisst es im Pressetext.
Fusaro war erstaunt über Songauswahl
Eine queere Storyline wurde im Musikvideo hinzugefügt. Eine Anziehung zwischen zwei Frauen ist darin erkennbar. Ob Veronica Fusaro selbst queer ist? «Das ist auch ein Aspekt aus meinem eigenen Leben», sagt sie, ohne auf ihr Liebesleben zu spezifisch einzugehen.
«Alice» ist ein Titel, der mit Fusaros zweitem, im Oktober erschienenem Album «Looking For Connection» veröffentlicht wurde. Auch andere Titel davon hat sie bei SRF für den ESC eingereicht. «Ich glaube sogar alle, die noch nicht veröffentlicht waren», so die Thunerin. «Ich war ehrlich gesagt sehr erstaunt, dass es dieser Song geworden ist.»
«Alice» aus 493 Songs ausgewählt
Insgesamt 493 Songs wurden für den Auswahlprozess eingereicht. Eine Publikums- und Fachjury hatte danach in einem mehrstufigen Prozess den besten Song für den ESC in Wien ausgewählt. In einem ähnlichen Verfahren wurde auch schon Nemos (26) Siegersong von 2024, «The Code», ausgewählt.
Für die Musikerin, die auch schon beim britischen Glastonbury-Festival, dem Montreux Jazz Festival und dem Gurtenfestival auf der Bühne stand, geht mit der Verpflichtung für den ESC ein lang gehegter Traum in Erfüllung. «Ich spiele schon seit ein paar Jahren mit dem Gedanken, dort teilzunehmen», sagt sie. «Es ist auch nicht das erste Jahr, in dem ich Songs eingereicht habe. Letztes Jahr war ich schon sehr nah dran und auch 2017 oder 2018 hatte ich es mit einem anderen Song versucht. Umso schöner, dass es jetzt endlich geklappt hat.»
Fusaro kursiert in Wettbüros auf gleichem Platz
In den Wettquoten hat sich seit Bekanntwerden des ESC-Songs von Fusaro nicht viel getan. Der Schweizer ESC-Beitrag rangiert unverändert auf dem durchschnittlichen Platz 17 von 35 Beiträgen. Fusaros Ziel für Wien? «Dass ich im Moment bin, bei mir bleibe und zu meiner Musik stehe.» Und punkto Platzierung? «Dass ich das Ding schon nach Hause nehmen möchte!», sagt sie. «Nummer 1! Go big, or go home!»