Darum gehts
- Vanilla Ninja kehren nach 21 Jahren zum ESC zurück, diesmal für Estland
- Bandmitglieder sprechen über veränderte Konstellation und schwierige Jahre nach 2005
- ESC-Halbfinals am 12. und 14. Mai, Finale am 16. Mai
2005 sagte die ganze Schweiz ihnen danke: Die estnische Girlband Vanilla Ninja vertrat unser Land am Eurovision Song Contest und holte mit dem Titel «Cool Vibes» den achten Platz. Und damit das beste Schweizer ESC-Resultat seit 12 Jahren, als Annie Cotton (50) mit «Moi, tout simplement» auf dem dritten Rang landete. Jetzt sind Vanilla Ninja wieder am ESC und treten für ihr Heimatland Estland in Wien an.
«Zum ESC zurückkehren wollten wir schon länger. In den letzten Jahren haben wir alle Babys bekommen, darum war das schwierig. Aber jetzt sind wir bereit dazu», sagt Piret Järvis (42). «Jetzt sind unsere Kinder gross genug, dass wir uns wieder in dieses Abenteuer stürzen können.»
«Unser Traum ist perfekt»
Also meldeten sie sich für den estnischen Vorentscheid Eesti Laul an. Und qualifizierten sich direkt für Wien. «Nachdem wir schon für die Schweiz am ESC waren, wollten wir auch noch unser eigenes Land am ESC repräsentieren», sagt Järvis. «Wir waren schon auf die erste Teilnahme stolz. Jetzt ist unser Traum perfekt.»
2005 war es für viele Schweizer seltsam, dass eine estnische Band das Land am ESC repräsentiert. Auch wenn mit der Kanadierin Céline Dion die zweite Schweizer ESC-Siegerin auch aus dem Ausland kam. «Ich kann das total verstehen, dass das für viele komisch war. Auch für uns war das ungewohnt. Und das kennen wir auch in Estland, wenn keine Leute aus unserem Land zum ESC fahren», so Järvis. «Die Schweizer haben uns aber wunderbar aufgenommen. Auch vom Team. Alles lief perfekt und wurde gut organisiert.»
Nicht alle Mitglieder sind noch dabei
21 Jahre später ist vieles anders. Soziale Medien sind hinzugekommen. Zudem hat sich auch die Bandkonstellation verändert. Katrin Siska (42) ist aus der Band ausgestiegen. Für Triinu Kivilaan (37) ist ihre Schwester Kerli Kivilaan (33) nachgerutscht. «Triinu lebt heute in Basel. Für sie ging das Schweiz-Abenteuer also bis heute weiter», sagt Kerli Kivilaan. «Und für mich schliesst sich ein Kreis. Ich war Teenagerin, als Vanilla Ninja zum ESC gingen und konnte alles hautnah verfolgen. Nun bin ich selber hier.»
Nach ihrem ersten ESC-Abenteuer erlebten Vanilla Ninja auch einen Tiefpunkt. Ihr Musikproduzent hatte mit Musikkäufen die Hitparade manipuliert, danach wurden einige ihrer Titel in den Charts temporär gesperrt. «Nach dem ESC hörte es für uns erst einmal auf. Wir haben unseren Manager und unser Label gewechselt. Danach mussten wir das Touren für einige Zeit einstellen, und wir gingen zurück nach Estland», erzählt Järvis. «Es war traurig, aber vielleicht musste es so kommen, sonst wären wir heute nicht hier.»
Der ESC 2026 startet mit grossen Gefühlen: Vicky Leandros (73) darf 59 Jahre nach ihrer ESC-Teilnahme für Luxemburg in Wien ihr Lied «L’amour est bleu» noch einmal zum Besten geben. Danach startet der Wettbewerb opulent mit einem Partysong der Moldau (Satoshi – «Viva Moldova»), einem Technotrack der Schweden (Felicia – «My System») und Klamauk aus Griechenland (Akylas – «Ferto») inklusive Grosi mit Katzenohren. Mit Spannung erwartet darf auch der Auftritt der Favoriten aus Finnland (Linda Lampenius & Pete Parkkonen – «Liekinheitin») werden, als einer der letzten Beiträge wird Senhit (46) aus San Marino von Gast Boy George (64) unterstützt. Während des Votings tritt der letztjährige ESC-Gewinner JJ (25) auf und es gibt eine Musicalnummer der Hosts, die die Unterschiede von Österreich zu Australien aufnimmt. Ob diese Nummer es mit dem Schweizer Hit «Made in Switzerland» aus dem letzten Jahr aufnehmen kann?
Der ESC 2026 startet mit grossen Gefühlen: Vicky Leandros (73) darf 59 Jahre nach ihrer ESC-Teilnahme für Luxemburg in Wien ihr Lied «L’amour est bleu» noch einmal zum Besten geben. Danach startet der Wettbewerb opulent mit einem Partysong der Moldau (Satoshi – «Viva Moldova»), einem Technotrack der Schweden (Felicia – «My System») und Klamauk aus Griechenland (Akylas – «Ferto») inklusive Grosi mit Katzenohren. Mit Spannung erwartet darf auch der Auftritt der Favoriten aus Finnland (Linda Lampenius & Pete Parkkonen – «Liekinheitin») werden, als einer der letzten Beiträge wird Senhit (46) aus San Marino von Gast Boy George (64) unterstützt. Während des Votings tritt der letztjährige ESC-Gewinner JJ (25) auf und es gibt eine Musicalnummer der Hosts, die die Unterschiede von Österreich zu Australien aufnimmt. Ob diese Nummer es mit dem Schweizer Hit «Made in Switzerland» aus dem letzten Jahr aufnehmen kann?
Sie können vorerst nicht auf Schweizer Punkte hoffen
2005 erhielten Vanilla Ninja und die Schweiz von Estland 12 Punkte. «Vielleicht gibt die Schweiz diese Punkte in diesem Jahr zurück», sagt Järvis. «Die Schweiz hat wirklich einen besonderen Platz in unseren Herzen.» Damit die Schweiz für die estnische Girlband voten kann, muss sich Vanilla Ninja zuerst fürs Finale qualifizieren. Die Schweiz kann im ersten Semifinale, in dem Vanilla Ninja antritt, nämlich nur zuschauen, aber nicht abstimmen. Lenna Kuurmaa: «Der Druck ist hoch. Unter die besten Zehn zu kommen, wie damals mit der Schweiz, wäre schön.»
Die Halbfinals des Eurovision Song Contest sind am 12. und 14. Mai um 21 Uhr auf SRF 2 zu sehen, das Finale am 16. Mai um 21 Uhr auf SRF 1. Die Schweizer ESC-Hoffnung Veronica Fusaro (29) tritt im zweiten Halbfinale am 14. Mai auf.