Darum gehts
- Wien verstärkt Sicherheitsmassnahmen für ESC-Finale am 16. Mai
- 16'000 Personen bereits überprüft, Stadthalle als Hochsicherheitszone eingerichtet
- 170 Millionen Zuschauer weltweit verfolgen das Finale im Fernsehen
Wien rüstet sich für den Eurovision Song Contest (ESC) – doch nicht nur die Musik steht im Fokus: Die Polizei befürchtet Störaktionen, insbesondere während des Finales am 16. Mai. Rund 3'000 Demonstrierende aus dem pro-palästinensischen Umfeld haben bereits eine Kundgebung angekündigt, erklärte Xenia Zauner, Einsatzleiterin der Wiener Landespolizeidirektion. Auch mit weiteren Protestaktionen sowie der Anreise internationaler Demonstrierender wird gerechnet.
Wie unter anderem die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» schreibt, hat Österreich ein umfassendes Sicherheitskonzept für den 70. ESC entwickelt. Täglich werden mehrere Hundert Polizisten, teils in Zivil, sowie Kräfte der Spezialeinheit Cobra vor Ort sein. Die Cybersicherheit wird durch eine Kooperation mit dem FBI gewährleistet, das laut Dieter Csefan, Vizepräsident der Landespolizeidirektion, eine spezielle Taskforce aus New York bereitstellt.
Bereits 16'000 Personen überprüft
Die Stimmung um den Eurovision Song Contest ist seit Monaten angespannt. Grund dafür ist unter anderem die Teilnahme Israels, die in einigen Ländern zu Boykottaufrufen geführt hat. Fünf Nationen bleiben dem Wettbewerb aus Protest gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen fern.
Um mögliche Sicherheitsrisiken zu minimieren, hat die Wiener Polizei nach eigenen Angaben bis zum Beginn des Events bereits 16'000 Personen überprüft. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Mitarbeitenden privater Sicherheitsdienste. Die Stadthalle, Austragungsort der Shows, wurde in eine Hochsicherheitszone verwandelt, vergleichbar mit einem Flughafen. Sprengstoffspürhunde und strenge Kontrollen in umliegenden Parkhäusern sollen mögliche Gefahren neutralisieren.
Auch im ESC-Village am Rathausplatz, wo sich während der Halbfinals am 12. und 14. Mai sowie besonders am Finaltag bis zu 30'000 Menschen versammeln werden, gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Taschen sind dort an den Veranstaltungstagen verboten.
Zweithöchste Sicherheitsstufe
Seit einem Terrorangriff der islamistischen Hamas und anderer Gruppen auf israelische Bürger im Oktober 2024 gilt in Österreich die zweithöchste Sicherheitsstufe. Zwar liegt laut den Behörden keine konkrete Terrorgefahr für den ESC vor, doch die Vorsichtsmassnahmen bleiben auf höchstem Niveau.
Nach dem Sieg des Countertenors JJ (25) im letzten Jahr in Basel ist Wien nun zum dritten Mal Gastgeber des Musikwettbewerbs. Österreich schickt den 19-jährigen Sänger Cosmó mit dem Song «Tanzschein» ins Rennen. Für Deutschland tritt Sarah Engels mit «Fire» an. Das Finale am 16. Mai wird weltweit von geschätzten 170 Millionen Menschen im Fernsehen verfolgt.