Darum gehts
- ESC 2027 vom 11. bis 15. Mai in Burgas geplant
- Mindestalter für Teilnehmer steigt auf 18 Jahre, bisher 16 Jahre
- Israel könnte Sieg verlieren bei Sicherheitsrisiken, laut neuen EBU-Regeln
Burgas wird Bangaranga! Mitte Mai holte Dara (27) mit dem Titel «Bangaranga» den ersten ESC-Sieg für Bulgarien, nun hat der bulgarische Rundfunk den nächstjährigen Austragungsort bekannt gegeben. Der nächste Eurovision Song Contest findet vom 11. bis 15. Mai 2027 in Burgas statt. Die drei Live-Shows werden in der 2023 neu eröffneten Arena Burgas produziert. Die Halbfinale gehen am 11. und 13. Mai 2027 über die Bühne, das Finale schliesslich am 15. Mai 2027.
«Burgas bringt etwas ganz Besonderes in den Eurovision Song Contest ein. Es ist eine lebendige, gastfreundliche Stadt am Schwarzen Meer mit einer starken musikalischen und kulturellen Identität, und sie verfügt über den Ehrgeiz, die Infrastruktur und die Leidenschaft, die nötig sind, um die Eurovision-Familie willkommen zu heissen», schwärmt ESC-Direktor Martin Green. «Für den ersten Eurovision Song Contest, der jemals in Bulgarien stattfindet, möchten wir etwas schaffen, das sich wahrhaft bulgarisch anfühlt und gleichzeitig unverkennbar Eurovision ist – ein Fest, das Menschen durch Musik zusammenbringt.»
EBU veröffentlichte neue Regeln
Einen Tag zuvor präsentierte die Europäische Rundfunkunion EBU neue Regeln, die beim ESC 2027 in Kraft treten. Künftig müssen Acts bei der ersten Probe 18 Jahre alt sein. Bis anhin lag das Mindestalter bei 16 Jahren.
Eine Regeländerung ist vor allem bezüglich der Diskussion um die Teilnahme Israels interessant. «Die Wettbewerbsregeln sehen nun vor, dass der siegreiche Sender automatisch von der Ausrichtung des Wettbewerbs ausgeschlossen wird, wenn ein bewaffneter Konflikt, eine angespannte geopolitische Lage oder eine sonstige Situation die Sicherheit oder Stabilität seines Staates oder seiner unmittelbaren Region wesentlich beeinträchtigt», schreibt die EBU in einer Mitteilung. Wo notwendig, kann die EBU durch eine unabhängige Sicherheitsbewertung der Region entscheiden, ob es in einem Siegerland möglich ist, den Wettbewerb sicher auszutragen.
Lead-Gesang muss Hauptmelodie stützen
Sofern das Siegerland als nicht ausrichtungsfähig eingestuft wird, wird ein alternatives Gastland gesucht. Pikant: «Der Ausrichter organisiert den Wettbewerb in eigenem Namen und ist nicht verpflichtet, die Veranstaltung im Auftrag eines anderen Mitglieds durchzuführen.» Heisst: Falls Israel gewinnen würde und den Wettbewerb nicht ausrichten darf, muss der Ersatzsender Israel nicht so hervorheben, wie das beispielsweise beim ESC 2023 in Liverpool mit der Ukraine gemacht wurde. Damals richtete die BBC den Wettbewerb gemeinsam mit dem ukrainischen Sender UA:Suspilne aus, und beide Länder wurden zu ähnlich gleichen Teilen erwähnt. Wegen dem Ukraine-Krieg fand der ESC nicht in der Ukraine, sondern in Grossbritannien statt.
Auch präzisiert wurden Regeln um Background-Gesang. Verankert ist neu, dass der Leadgesang die Hauptmelodie eines Liedes vortragen muss und diese nicht durch Playback-Elemente ersetzt oder «unangemessen unterstützt» werden darf.
Die Regeländerungen «zielen darauf ab, allen Beteiligten mehr Klarheit zu verschaffen, die Künstler zu schützen und sicherzustellen, dass der Wettbewerb weiterhin ein sicheres und einladendes Umfeld bietet, während gleichzeitig der Geist und die Integrität bewahrt werden, die den Eurovision Song Contest so besonders machen», sagt ESC-Direktor Martin Green.