Darum gehts
- Stefan Büsser parodiert Patrick Fischer in satirischem Instagram-Video
- Video spielt auf Skandal um Covid-Zertifikat Fischers bei Olympia 2022 an
- Über 500'000 Aufrufe, Fischer reagiert humorvoll auf den Clip
Ex-Nati-Coach Patrick Fischer (50) wird zum Dokumentenfälscher – zumindest in einer satirischen KI-Parodie von Stefan Büsser (41). Der Comedian hat auf Instagram ein Video aus seiner Sendung «Late Night Switzerland» veröffentlicht, das den ikonischen Werbespot der Fischer-Bettwarenfabrik aus Wädenswil humorvoll neu interpretiert. Statt Bettwaren bewirbt der digitale Fischer in der «Fischer-Dokumentewarenfabrik» fiktive Dienstleistungen: gefälschte Dokumente «in Topqualität».
Der Clip, der auf Fischers Covid-Zertifikats-Skandal anspielt, zeigt Kugelschreiber, die angeblich für das Fälschen von Unterschriften genutzt werden. Die KI-Version von Fischer erklärt: «Wir fabrizieren täuschend echte Dokumente in Topqualität für jede Lebenslage und verkaufen direkt ab Telegram.» Weiter wirbt er mit Zertifikaten «ab 400 Franken in Bitcoins» – ob physisch im Format A4 oder digital fürs Handy. Kunden könnten zuschauen, wie ihr Wunschdokument live kreiert werde, so die satirische Werbung. Den Abschluss bildet ein augenzwinkernder Hinweis: «Ausser Sie sind vom SRF. Dann heisst es: Bleiben Sie zu Hause.»
Vorstrafe wegen Tempoüberschreitung
Der Hintergrund der Parodie ist ernst: Patrick Fischer, der frühere Nationaltrainer der Schweizer Hockey-Nati, hatte 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an den Olympischen Spielen in Peking teilgenommen. Der Skandal, aufgedeckt vom SRF-Journalisten Pascal Schmitz, führte schliesslich zu Fischers Entlassung durch den Verband. Die Affäre nahm eine zusätzliche Wendung, als Fischer behauptete, zuvor nie straffällig geworden zu sein – eine Aussage, die sich als falsch herausstellte. Bereits im März 2020 war er wegen einer Tempoüberschreitung verurteilt worden, was ihn zum Zeitpunkt des Zertifikatsskandals vorbestraft machte.
Schmitz erklärte gegenüber Blick, dass Fischer ihm selbst während eines Porträtdrehs von der Fälschung erzählt habe. «Die Situation beim Zmittag ist für mich aus dem Nichts gekommen. Wir waren in einer Arbeitssituation zwischen zwei Drehs und haben über Hockey im Allgemeinen und die Verschiebung der WM 2020 auf 2026 gesprochen und sind so auf das Covid-Thema zu sprechen gekommen.» Und weiter: «Patrick Fischer ist dann selbst auf das Thema Impfen und das Impfzertifikat zu sprechen gekommen und hat mir die Geschichte von sich aus erzählt.»
SRF äussert sich
Klar ist: Mit der Parodie giessen SRF und Stefan Büsser noch einmal Feuer ins Fischer-Öl. Gegenüber Blick erklärt Martina Ziesack, Leiterin Comedy & Satire bei SRF: «‹Late Night Switzerland› greift am Sonntagabend aktuelle Themen der vergangenen Woche auf, und ordnet sie satirisch ein. Das Video ist klar als Satire erkennbar und als Parodie auf eine bekannte Werbung angelegt.» Es gehöre zum Wesen von Satire, aktuelle gesellschaftliche und mediale Debatten bewusst zugespitzt aufzunehmen.
Auch Comedian Büsser nimmt Stellung zu seinem Video, das mittlerweile alleine auf Instagram über 350-mal meist wohlwollend kommentiert und kanalübergreifend eine halbe Million Mal aufgerufen wurde: «Das Video verbindet Popkultur, den Fischer-Bettwaren-Spot, mit dem Namen und der Geschichte hinter der Entlassung von Patrick Fischer. In den Minuten davor kritisiere ich den Verband scharf.» Man habe aber nicht mit einer Moralpredigt aufhören wollen und darum die Parodie als Ausstieg aus dem Thema gewählt.
«Auch in Sachen Humor ein Champion»
Dass das Thema derweil das ganze Land bewegt, ist für Büssi einfach erklärbar: «Nirgends sind wohl mehr Emotionen drin, als im Nationalsport. Und Patrick Fischer ist unumstritten ein Sportheld, der sich einen Fehltritt geleistet hat. Und es zeigt, dass die Wunden aus der Coronazeit noch lange nicht geheilt sind. Deshalb habe ich mich in der Sendung auch gegen Fischers Entlassung gestellt und gesagt.» Und weiter: «Wir sollten anfangen, uns die Fehler aus der Coronazeit zu verzeihen, sonst hört das Thema nie auf.» Mit dem geschassten Fischer hatte der Comedian nach dem Video übrigens Kontakt: «Wir waren gestern kurz per Whatsapp im Austausch, er hat sich die gesamte Sequenz angesehen und zwischen uns ist alles in Ordnung. Er scheint auch in Sachen Humor ein Champion zu sein.»