Nach einem vierwöchigen Prozess und drei Monaten in Untersuchungshaft hat das Gericht nun entschieden: Marius Borg Høiby (29) muss vier Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft forderte ursprünglich eigentlich eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten, die Anwälte von Høiby lediglich eineinhalb Jahre.
Zudem wurde Marius Borg Høiby ein Kontaktverbot von zwei Jahren zur sogenannten Frogner-Frau ausgesprochen. Der Angeklagte wird wegen Misshandlung seiner ehemaligen Freundin Nora Haukland sowie wegen zweier Vergewaltigungen ohne Geschlechtsverkehr verurteilt, sowie für sexuell übergriffiges Verhalten, weil er eines der Opfer ohne dessen Einwilligung beim Sex filmte.
Neben der Gefängnisstrafe muss Marius Borg Høiby zudem Schadensersatzzahlungen leisten:
- knapp 20'000 Franken an der Skaugum-Party
- rund 17'000 Franken an die Frau der After-Party
- 8000 Franken an Nora Haukland
- 9000 Franken an die Frogner-Frau
Im Fall der Lofoten-Frau, die ihn wegen Vergewaltigung mit Geschlechtsverkehr angeklagt hatte, wurde Borg Høiby freigesprochen. Das Gericht erklärt, dass begründete Zweifel an den Aussagen der Frau bestehen.
Häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Drogendelikte
Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) sah sich mit insgesamt 40 Anklagepunkten konfrontiert, darunter Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Verstösse gegen das Kontaktverbot, Drogendelikte und Vandalismus. Einige der weniger schwerwiegenden Vorwürfe gestand Borg Høiby während des Prozesses ein, die schwersten Anklagepunkte wies er stets vehement von sich.
Über Wochen wurden er, verschiedene Zeugen und diverse Ex-Freundinnen vor Gericht befragt, wobei Marius Borg Høiby regelmässig genervt wirkte und der Staatsanwaltschaft schnippische Antworten gab.
«Marius Borg Høiby ist kein Monster»
Während der fast sieben Wochen andauernden Gerichtsverhandlung wurden alle mutmasslichen Opfer und zahlreiche Zeugen angehört. Høiby werden vier Vergewaltigungen vorgeworfen; die mutmasslichen Opfer soll er bei den Taten gefilmt haben. Während des Prozesses sei der Eindruck eines Mannes entstanden, der glaube, dass Regeln für ihn nicht gelten, schloss Staatsanwalt Sturla Henriksbø in seinem Plädoyer: «Marius Borg Høiby ist kein Monster. Das ist keiner von uns. Wir sind alle Menschen, mit guten und schlechten Seiten. Er darf nicht dafür verurteilt werden, wer er ist, sondern dafür, was er getan hat.»
Seit Ende des Prozesses versuchte er immer wieder, eine Haftentlassung zu erwirken, welche vom Richter regelmässig abgelehnt wurde. Der Grund: Man befürchtete, Høiby würde zum Wiederholungstäter.
Seine Mutter wartet auf eine Spenderlunge
Kurz vor der Urteilsverkündung wurde Marius Borg Høiby überraschend in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt – jenes, in dem schon der Massenmörder Anders Behring Breivik (47) einsitzt. Grund dafür war angeblich, dass diese Institution näher an der Klinik von Kronprinzessin Mette-Marit liegt, die derzeit wegen ihrer schweren Lungenfibrose auf eine Spenderlunge wartet. Das andere Gefängnis, in dem Marius Borg Høiby zuvor einsass, wird zudem abgerissen. Gegen Ende waren dort kaum mehr Insassen anwesend.