Starpianist Víkingur Ólafsson bringt Kurzfestival Pulse 2026 ans Lucerne Festival
«Wir wollen aufwecken mit Musik»

Lucerne Festival lanciert das neue Frühlingsfestival Pulse. Es soll Musik für andere Kunstformen, Perspektiven und Hörweisen öffnen. Kuratiert wird es von Starpianist Víkingur Ólafsson – einem mutigen Pionier und Meister der Interpretation und Innovation.
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Starpianist Víkingur Ólafsson ist ein grosser Fan von Luzern: «Hier gibts alles!»
Foto: zvg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Pianist Víkingur Ólafsson (42) kuratiert das neue Pulse-Festival in Luzern
  • Das Festival thematisiert «Time and Space» mit Bach, Adès und Feldman
  • Ólafsson kombiniert Musik mit Lichtinstallationen – ein experimentelles Konzerterlebnis
Zeno van Essel
Schweizer Illustrierte

Er ist der Pianist der Stunde: Der Isländer Víkingur Ólafsson (42) begeistert mit seinen Bach-Interpretationen ein Millionenpublikum, füllt die grössten Konzertsäle und wurde mit dem Grammy Award und dem Musikpreis Opus Klassik ausgezeichnet. Für Lucerne Festival kuratiert er das neue Frühlingsfestival Pulse – und setzt damit in der Klassikwelt ein Zeichen.

Herr Ólafsson, wie reagierten Sie, als Lucerne-Festival-Intendant Sebastian Nordmann Sie bat, das Pulse-Festival zu kuratieren?
Víkingur Ólafsson: Ich sagte sofort: ja, klar! Denn ich habe etwas Erfahrung. 2012 habe ich in Island mein eigenes Festival gegründet, das Reykjavík Midsummer Music – viel kleiner, solo und Kammermusik. Meine Frau und ich und ein winziges Team haben alles selbst organisiert und finanziert. Es war unglaublich bereichernd. Danach habe ich in Schweden das Winterfest geleitet. Jetzt bin ich bereit für Luzern.

Sind Sie bei der Programmierung völlig frei?
Alles in der Musik, im Leben basiert auf Zusammenarbeit. Einige Ideen kommen von mir. Sie werden in Gesprächen mit Sebastian Nordmann und Christiane Weber, die bei Lucerne Festival das künstlerische Büro leitet, geschliffen. Nichts entsteht ohne gemeinsames Engagement. Und wir laden die Menschen herzlich ein, mit uns auf diese Reise zu gehen.

Ist Programmierung eher Wissen oder eher Intuition?
Das eine kann man nicht vom anderen trennen. In der Musik geht es um Freiheit und Disziplin – den Rahmen setzen und ihn aufbrechen. Intuition war sicher bei der Auswahl der Mitwirkenden im Spiel: Patricia Kopatchinskaja, Elim Chan, Thomas Adès, das Danish String Quartet. Ich freue mich darauf, denen zuzuhören.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Was macht Luzern für Sie speziell?
Luzern ist perfekt. Kultur, Natur, ein grossartiges Konzerthaus – und Menschen, die die Künste unterstützen. Als Nordländer, der die Hitze scheut, ist der Mai meine liebste Jahreszeit: wenn alles aufblüht, alles erwacht. Wir wollen alle aufwecken mit Musik.

«Pulse» kann man mit «Herzschlag» übersetzen, aber auch mit «Elektroschock». Was bevorzugen Sie?
Ich mag das Menschliche. «Pulse» als Herzschlag, der das Blut und den Sauerstoff in jede Zelle bringt. Ich mag «Pulse» aber auch im Sinne von Rhythmus. Ich möchte, dass das Festival nie seinen Drive verliert.

Die Highlights von Pulse 2026

Mit Pulse lanciert der neue Lucerne-Festival-Intendant Sebastian Nordmann ein interdisziplinäres Frühlingsfestival. Kuratiert wird es vom Pianisten Víkingur Ólafsson – gleich drei Saisons. «Time and Space» lautet das Motto der ersten Ausgabe vom 8. bis 17. Mai 2026. Im Zentrum steht die Musik von Johann Sebastian Bach, deren Spuren sich durch das gesamte Programm ziehen – von der Barockzeit bis in die Gegenwart.

Neben Ólafsson, der auch als Solist und Kammermusiker auftritt, sind hochkarätige Gäste dabei: das Mahler Chamber Orchestra unter Komponist und Dirigent Thomas Adès sowie der gefragten jungen Dirigentin Elim Chan. Geigenvirtuosin Patricia Kopatchinskaja spielt Alban Bergs Violinkonzert. Dazu kommen der MDR-Rundfunkchor und das Danish String Quartet.

Die Programm-Highlights
8.–10. Mai, 21 Uhr, Piuskirche Meggen: Bachs Goldberg-Variationen mit Ólafsson und einer Lichtinstallation von Ólafur Elíasson

14. Mai, 18.30 Uhr, KKL: «Poème Symphonique» – Mahler Chamber Orchestra, Thomas Adès, Werke von Ligeti, Kurtág, Pärt und Adès

15. Mai, 18.30 Uhr, KKL: Danish String Quartet mit Bach, Strawinsky, Beethoven

15. Mai, 22 Uhr, KKL: Ólafsson und das Danish String Quartet mit Morton Feldman

16. Mai, 18.30 Uhr, KKL: Solo-Rezital «Opus 109» – Ólafsson mit Bach

17. Mai, 17 Uhr, KKL: Grande Finale – Bachs Klavierkonzert f-Moll, Bergs Violinkonzert mit Kopa tchinskaja, Brahmsʼ Sinfonie Nr. 4. Elim Chan dirigiert

lucernefestival.ch/pulse

Mit Pulse lanciert der neue Lucerne-Festival-Intendant Sebastian Nordmann ein interdisziplinäres Frühlingsfestival. Kuratiert wird es vom Pianisten Víkingur Ólafsson – gleich drei Saisons. «Time and Space» lautet das Motto der ersten Ausgabe vom 8. bis 17. Mai 2026. Im Zentrum steht die Musik von Johann Sebastian Bach, deren Spuren sich durch das gesamte Programm ziehen – von der Barockzeit bis in die Gegenwart.

Neben Ólafsson, der auch als Solist und Kammermusiker auftritt, sind hochkarätige Gäste dabei: das Mahler Chamber Orchestra unter Komponist und Dirigent Thomas Adès sowie der gefragten jungen Dirigentin Elim Chan. Geigenvirtuosin Patricia Kopatchinskaja spielt Alban Bergs Violinkonzert. Dazu kommen der MDR-Rundfunkchor und das Danish String Quartet.

Die Programm-Highlights
8.–10. Mai, 21 Uhr, Piuskirche Meggen: Bachs Goldberg-Variationen mit Ólafsson und einer Lichtinstallation von Ólafur Elíasson

14. Mai, 18.30 Uhr, KKL: «Poème Symphonique» – Mahler Chamber Orchestra, Thomas Adès, Werke von Ligeti, Kurtág, Pärt und Adès

15. Mai, 18.30 Uhr, KKL: Danish String Quartet mit Bach, Strawinsky, Beethoven

15. Mai, 22 Uhr, KKL: Ólafsson und das Danish String Quartet mit Morton Feldman

16. Mai, 18.30 Uhr, KKL: Solo-Rezital «Opus 109» – Ólafsson mit Bach

17. Mai, 17 Uhr, KKL: Grande Finale – Bachs Klavierkonzert f-Moll, Bergs Violinkonzert mit Kopa tchinskaja, Brahmsʼ Sinfonie Nr. 4. Elim Chan dirigiert

lucernefestival.ch/pulse

Das Motto ist «Time and Space». Wie erkunden Sie das musikalisch?
Man kann darüber nachdenken, wie Zeit und Raum durch Töne erfahrbar werden. Etwa auf den Spuren von Bach – mit Werken unterschiedlicher Komponisten, die sich oft auf Bach beziehen. Oder mit Morton Feldman, wo wir die Zeit dehnen. Oder mit Thomas Adès, der mit «America: A Prophecy» auf Amerikas Vergangenheit zurückblickt und Fragen zur Gegenwart stellt.

Sie spielen die Goldberg-Variationen mit einer Lichtinstallation von Ólafur Elíasson. Wie kam es dazu?
Sebastian Nordmann hatte die Idee, ich fand sie grossartig. Modernste Technologie übersetzt Tonhöhen in visuelle Elemente auf einem Portal über dem Klavier. Das ist ein Experiment. Wie das Publikum weiss ich nicht genau, was passieren wird.

Muss man klassische Musik visuell «aufpeppen»?
Es ist nur ein Weg von vielen. Das Konzerterlebnis ist heute wichtiger denn je – gerade weil wir ausserhalb des Saals ständig mit Benachrichtigungen bombardiert werden. Ich versuche nicht, diese Kunstform zu verändern. Die Kraft des klassischen Konzerts ist immens und wird immer stärker.

Was machen Sie in Luzern, wenn Sie nicht auf der Bühne stehen?
Ich glaube nicht, dass ich viel schlafen werde. Aber hoffentlich schwimmen wir im See – ich bringe meine Frau und meine beiden Jungs mit.

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