Darum gehts
- Veronica Fusaro probt in Wien für den Eurovision Song Contest 2026
- Inszenierung mit roten Seilen thematisiert häusliche Gewalt
- Wettquoten: Schweiz aktuell auf Platz 26 von 35 Teilnehmern
Jetzt gilt es ernst für Veronica Fusaro (29)! Die Thuner Sängerin ist am Samstag in Wien eingetroffen, um die Schweiz am 70. Eurovision Song Contest zu vertreten. Am Montag stand sie zum ersten Mal auf der grossen Bühne in der Wiener Stadthalle, um ihren Beitrag «Alice» zum Besten zu geben.
«Ich bin schon etwas frustriert», sagt Veronica Fusaro nach dem ersten Durchlauf. «Weil es mehrere Dinge gab, die nicht funktioniert haben und vorher beim Üben geklappt haben.»
Auftritt mit blutroten Seilen
Die Proben, bei denen die Acts zum ersten Mal unter echten ESC-Bedingungen mit Kameraeinstellungen und Licht üben können, fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Lediglich in einem Diskussionsforum auf der Plattform Reddit geben die ESC-Organisatoren Hinweise darauf, was im zweiten ESC-Halbfinal vom 14. Mai 2026 von Fusaro zu sehen sein wird.
Mittelpunkt des Auftritts seien mehrere Stricke. «Ihr Mikrofon ist als Seil getarnt, an dessen einem Ende die Sängerin und am anderen der Kameramann zieht», heisst es in der Beschreibung. «Das Thema setzt sich fort, indem vier Tänzerinnen erscheinen, die in blutrote Seile gehüllt sind und Veronica zu einer riesigen Requisite führen, die auf die Bühne gerollt worden ist. Es handelt sich um ein würfelförmiges Klettergerüst mit weiteren roten Seilen, die dieses Mal als Gefängnisstäbe fungieren.»
«Muss positiv gestimmt sein, dass es beim nächsten Mal klappt»
Mit der Inszenierung hält Fusaro die Botschaft ihres Songs, häusliche Gewalt, fest. «Das Netz aus roten Seilen symbolisiert den Griff, in dem Opfer häuslicher Gewalt von ihren Tätern gehalten werden», heisst es in der Beschreibung. Fusaro, die in einem mit Strasssteinen besetzten Hosenanzug auf der Bühne steht, formt zum Schluss mit den roten Seilen den Namen «Alice».
Zum ersten Mal auf der grossen ESC-Bühne zu stehen, sei «berührend» und «schön» gewesen, sagt Fusaro. Trotzdem sei sie mit dem 30-minütigen Durchgang noch nicht zufrieden. «Das ist natürlich ein Frust. Vor allem bei Sachen, die nicht in den eigenen Händen liegen. Aber man muss positiv gestimmt sein, dass es beim nächsten Mal dann klappt», sagt sie.
Der Kreativkopf hinter dem Auftritt inszenierte schon Nemo
Diverse Dinge hätten nicht funktioniert. Beispielsweise beim «wichtigsten Moment mit der Gitarre». Dort haben die Seile sich nicht so bewegt, wie sie wollte. «Und ich hatte einen rechten Kampf, sie nach vorne zu ziehen.» Das liege weder in ihrer Macht noch in jener der vier Tänzerinnen. Auch verschiedene Aspekte mit Licht und Kamera seien noch nicht optimal gewesen. Ihr Gesicht sei während 80 Prozent des Auftritts noch nicht richtig beleuchtet gewesen.
Nun geht es an die Verbesserungen. Ihr künstlerischer Leiter Fredrik «Benke» Rydman (51), der auch schon für den Siegesauftritt von Nemo (26) verantwortlich war, habe eine ganze Liste mit Dingen, die bis zur nächsten Probe verbessert werden müssen. «Ich vertraue ihm. Er hat alles im Griff und die Erfahrung, die ich auf dieser ESC-Bühne nicht habe.»
Zweite Probe am Freitag
Am Freitag steht dann der zweite Probedurchgang an. Dann wird es auch Videomaterial von Fusaro auf der ESC-Bühne geben. «Für mich ist es eine Herausforderung. Es gibt sicher fünf bis sieben Dinge, an denen ich noch schrauben muss», sagt Fusaro. «Einige kann ich nicht gross üben, weil sie abhängig von den Kameras sind. Und diese sind wieder abhängig von mir. Idealerweise müsste man viel mehr Zeit haben.»
Aktuell hatten die ersten Informationen über Fusaros Probe keinen Einfluss auf die Wettquoten. Dort liegt sie derzeit auf Platz 26 von 35 – im unteren Mittelfeld.