Darum gehts
- Linda Fäh veröffentlicht am 1. Mai ihren ersten Mundartsong
- Bligg schrieb und produzierte das Lied «I mim chline Dorf»
- Zusammenarbeit führte zu drei gemeinsamen Songs und Stilwechsel bei Fäh
Wenn Bligg (49) auf Linda Fäh (38) trifft, liegt Kreativität in der Luft – und es entsteht genau jener Sound, den so niemand erwartet hat. Am 1. Mai veröffentlicht die beliebte Schlagersängerin ihren ersten Mundartsong «I mim chline Dorf». Ein Lied, das nicht nur musikalisch überrascht, sondern auch für Fäh einen ganz persönlichen Schritt markiert.
Die Idee zur Zusammenarbeit entstand dort, wo oft die besten Geschichten beginnen: backstage. Beim «Donnschtig»-Jass im August vorletzten Jahres stehen Bligg und Fäh unabhängig voneinander auf der Bühne und finden danach hinter den Kulissen Zeit für ein langes Gespräch. «Wir kennen uns ja schon sehr lange und verstehen uns gut. Abseits der Kameras haben wir intensiv über Musik gesprochen. Ich habe Bligg von meiner Liebe und Dankbarkeit meiner Heimat gegenüber erzählt und meinem Bedürfnis, dies musikalisch in Mundart umzusetzen. Seit ich Mami bin, ist meine Verbundenheit zur Schweiz gewachsen», sagt sie zu Blick.
Jeans und Edelweiss
Was als spontaner Austausch beginnt, entwickelt schnell eine Eigendynamik. Bligg übernimmt nicht nur die Rolle des kreativen Sparringpartners, sondern schreibt, textet und produziert die Hommage an Fähs Dorf. Insgesamt haben Fäh und Bligg jetzt drei Songs gemeinsam erarbeitet.
Die Veränderung der Miss Schweiz von 2009 soll nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar sein. Fäh legt ihr bisheriges Image Stück für Stück ab. Die rosa Ibiza-Kleider verschwinden im Schrank, auf der Bühne zeigt sie sich neu in Jeans und Edelweiss. Weniger Bling-Bling, mehr Bodenständigkeit – ein Stil, der ihre musikalische Neuausrichtung unterstreicht und perfekt zum Mundartprojekt passt.
Moderner Chanson
Im Studio selbst scheint die Zusammenarbeit von Leichtigkeit und Neugier geprägt gewesen zu sein. «Es ist schön, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die so offen und kreativ sind», schwärmt sie. Und auch Bligg, der bürgerlich Marco Bliggensdorfer heisst, zeigt sich begeistert über die Kollaboration mit Linda Fäh, die er als «erfrischende und spannende Abwechslung» bezeichnet. Für ihn sei schnell klar gewesen, dass es nicht darum gehen könne, klassischen Schlager zu reproduzieren. «Die Herausforderung war, einen eigenen Sound für Linda zu entwickeln, der aber seine Wurzeln nicht verliert», so Bligg. «Man könnte es modernen Chanson in Mundart nennen.»
Ob und wie es mit dem Duo weitergeht, lassen beide bewusst offen: «Grundsätzlich sind wir offen für alles.» Ein Satz, der Raum lässt für Spekulationen. Das letzte Kapitel dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit dürfte noch lange nicht geschrieben sein.