Hält ein Produkt, was die Werbung verspricht? Ist es seinen Preis wert? Und welche Rechte habe ich, wenn etwas schiefläuft? Wer einkauft, muss laufend Entscheidungen treffen – und verfügt dabei oft über weniger Informationen als die Verkäuferseite. Umso wichtiger sind unabhängige Informationen und eine starke Stimme für die Konsumentinnen und Konsumenten.
In der Romandie übernimmt diese Aufgabe die Fédération romande des consommateurs (FRC). Ihr Magazin «FRC Mieux choisir» feiert dieser Tage seinen 60. Geburtstag. Seit sechs Jahrzehnten informiert es über Produktetests, erklärt Rechte und macht auf Missstände aufmerksam – unabhängig und ohne Werbung. Das verdient Anerkennung.
Das Engagement der Schweizer Konsumentenorganisationen hat auch politisch Spuren hinterlassen. Gemeinsam mit den Konsumentenorganisationen der Deutschschweiz und des Tessins lancierte die Vorgängerorganisation der FRC 1979 die Volksinitiative gegen missbräuchliche Preise. Volk und Stände nahmen sie 1982 an. Auch die heutige Preisüberwachung geht somit auf das Engagement der Konsumentenorganisationen zurück.
Für gewichtige Erfolge muss man gar nicht so weit zurückschauen: Vor zehn Jahren haben die Schweizer Konsumentenorganisationen, angeführt von der Deutschschweizer Stiftung für Konsumentenschutz, die Fair-Preis-Initiative mitinitiiert und getragen. Ihr zentrales Anliegen gelangte über einen indirekten Gegenvorschlag ins Gesetz. Die neuen Bestimmungen sind seit gut vier Jahren in Kraft.
Sie helfen beispielsweise Unternehmen, die von einem bestimmten Lieferanten abhängig sind. Wird heute ein Schweizer KMU daran gehindert, benötigte Produkte im Ausland zu den dort geltenden Bedingungen einzukaufen, kann es sich unter bestimmten Voraussetzungen wehren. Die Wettbewerbskommission kann nun gegen den Missbrauch einer solchen Abhängigkeit vorgehen. Werden dabei missbräuchlich hohe Preise verlangt, kann auch ich einschreiten.
Und was hat das mit uns Konsumentinnen und Konsumenten zu tun? Ziemlich viel, denn am Ende haben wir die (Mehr)Kosten auf unserer Rechnung.
Zudem wurde das sogenannte Geoblocking verboten: Wer aus der Schweiz online ein Hotelzimmer bucht, Kleider kauft oder ein Auto mietet, darf nicht allein wegen seines Wohnorts auf eine teurere Schweizer Website umgeleitet oder schlechter behandelt werden.
Solche Fortschritte fallen nicht vom Himmel. Sie brauchen einen langen Atem, viel Arbeit und politischen Druck von Konsumentenorganisationen und ihren Mitstreitern. Deshalb ein grosses Merci von mir an alle Schweizer Konsumentenorganisationen für dieses wichtige Engagement – und herzliche Glückwünsche an die FRC zu 60 Jahren «FRC Mieux choisir».