Darum gehts
- Trend «Throning» sorgt auf TikTok und Instagram für Diskussionen über Beziehungen
- Partner wird oft zum Statussymbol, Liebe und Nähe werden zweitrangig
- Studien: Viele suchen online nach Partnern mit höherem Status oder Einfluss
Die Generation Z sorgt mit einem neuen Dating-Begriff für Diskussionen: «Throning». Der Trend geht gerade auf TikTok und Instagram viral – und zeigt, wie stark sich Dating verändert hat.
Der Begriff stammt vom englischen Wort «throne», also Thron. Gemeint ist damit aber nicht, den Partner zu bewundern oder auf ein Podest zu stellen. Stattdessen geht es darum, über die Beziehung selbst gesellschaftlich aufzusteigen. Der Partner wird dabei fast zu einer Art Statussymbol.
Wer erfolgreich, attraktiv, beliebt oder einflussreich wirkt, wird plötzlich besonders interessant. Nicht unbedingt wegen der Persönlichkeit – sondern wegen der Wirkung nach aussen. Viele wollen neben jemandem stehen, der Aufmerksamkeit erzeugt und automatisch auch den eigenen Wert steigert.
Der Partner wird zur Eintrittskarte in eine höhere Liga
Ganz neu ist dieses Verhalten eigentlich nicht. Schon früher wollte man mit den beliebtesten Leuten befreundet sein oder mit dem «coolsten Typen» der Schule zusammenkommen. Wer mit angesehenen Menschen unterwegs war, wirkte automatisch selbst interessanter.
Heute läuft dieses Prinzip einfach digital weiter. Likes, Reichweite und öffentliche Aufmerksamkeit verstärken den Wunsch, sich über Beziehungen gesellschaftlich aufzuwerten.
Studien zeigen schon länger, dass viele Menschen auf Dating-Apps gezielt nach Partnern suchen, die sie selbst als attraktiver, erfolgreicher oder gesellschaftlich «höhergestellt» wahrnehmen. Die Beziehung wird dadurch schnell zu einer Art sozialem Upgrade.
Liebe wird zweitrangig
Genau das macht den Trend für Experten problematisch. Beim sogenannten Throning steht oft weniger der Mensch im Mittelpunkt – sondern das, was er repräsentiert.
Wichtiger als gemeinsame Interessen oder emotionale Nähe sind dann Karriere, Beliebtheit, Aussehen oder Einfluss. Gespräche drehen sich weniger um echte Verbindung und mehr darum, welchen Eindruck die Beziehung nach aussen macht.
Psychologen warnen deshalb davor, Beziehungen zu stark an Prestige zu knüpfen. Denn Aufmerksamkeit und gesellschaftlicher Status sorgen zwar kurzfristig für Bestätigung, machen langfristig aber selten glücklich.
Warum Social Media den Trend antreibt
TikTok und Instagram spielen beim Throning eine riesige Rolle. Beziehungen werden heute öffentlich präsentiert wie nie zuvor. Perfekte Pärchenfotos, Luxusferien und erfolgreiche Partner erzeugen online Aufmerksamkeit – und genau diese Aufmerksamkeit wird für viele immer wichtiger.
Dadurch verändert sich auch der Blick auf Beziehungen. Für manche wird der Partner unbewusst Teil der eigenen Selbstdarstellung. Es geht nicht mehr nur darum, wie sich eine Beziehung anfühlt, sondern auch darum, wie sie wirkt.
Der Druck steigt dadurch enorm. Wer sich ständig mit scheinbar perfekten Paaren vergleicht, beginnt schneller zu glauben, dass Erfolg und Status wichtiger seien als emotionale Nähe.
Experten warnen vor emotionaler Leere
Das grosse Problem: Prestige funktioniert oft wie ein schneller Dopamin-Kick. Anerkennung von aussen fühlt sich kurzfristig gut an – hält aber selten lange an.
Wer den eigenen Selbstwert stark über Status definiert, braucht mit der Zeit immer mehr davon. Mehr Aufmerksamkeit, mehr Bewunderung, mehr Bestätigung.
Echte Nähe, Vertrauen und Geborgenheit bleiben dabei häufig auf der Strecke. Beziehungen, die hauptsächlich auf gesellschaftlichem Nutzen basieren, wirken nach aussen vielleicht perfekt – können innerlich aber überraschend leer sein.
Was am Ende wirklich zählt
Natürlich ist es völlig normal, erfolgreiche oder charismatische Menschen attraktiv zu finden. Problematisch wird es erst dann, wenn der Status wichtiger wird als die Persönlichkeit selbst.
Denn Anerkennung von aussen kann vieles sein – echte emotionale Verbindung ersetzt sie nicht.
Oder anders gesagt: Ein Partner kann dir vielleicht Prestige geben. Glücklich macht am Ende aber etwas anderes.
Dieser Artikel erschien zuerst auf diva.sk. Das Lifestyle-Magazin aus der Slowakei gehört wie Blick zu Ringier.