Positive Lebenseinstellung
Optimisten haben ein deutlich geringeres Demenzrisiko

Wer optimistisch durchs Leben geht, könnte im Alter einen gesundheitlichen Vorteil haben. Eine neue Studie zeigt: Bei älteren Menschen war eine positive Lebenseinstellung mit einem deutlich geringeren Risiko für Demenz verbunden. Doch warum könnte das so sein?
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Optimismus könnte ein bislang unterschätzter Bestandteil eines gesunden Alterungsprozesses sein.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Optimismus senkt bei älteren Menschen das Demenzrisiko laut neuer US-Studie
  • 15 Prozent weniger Risiko pro sechs Punkte mehr auf Optimismus-Skala
  • 14 Jahre, über 9000 Personen, durchschnittlich 73 Jahre alt untersucht
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Wer auch in schwierigen Situationen eher das Gute erwartet, tut damit möglicherweise nicht nur seiner Stimmung etwas Gutes. Forschende haben untersucht, ob Optimismus auch mit der Gesundheit des Gehirns zusammenhängt. Das Ergebnis macht Hoffnung: Eine positive Lebenseinstellung war bei älteren Menschen mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden.

14 Jahre lang untersucht

Für die Studie wurden mehr als 9000 kognitiv gesunde Erwachsene in den USA über einen Zeitraum von rund 14 Jahren beobachtet. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 73 Jahren.

Um herauszufinden, wie optimistisch die Menschen waren, verwendeten die Forschenden einen standardisierten Fragebogen. Die Teilnehmenden mussten unter anderem einschätzen, wie sehr sie Aussagen wie «In unsicheren Zeiten erwarte ich normalerweise das Beste» zustimmen.

Dabei wurde Optimismus als grundsätzliche Erwartung verstanden, dass sich Dinge eher positiv entwickeln. Auch pessimistische Einstellungen wurden berücksichtigt. Dazu gehörten etwa die Erwartung, dass Probleme wahrscheinlich eintreten werden.

15 Prozent weniger Demenzrisiko

Das Ergebnis fiel deutlich aus: Jeder Anstieg des Optimismus-Wertes um sechs Punkte war mit einem rund 15 Prozent geringeren Risiko verbunden, im Verlauf der Untersuchung eine Demenz zu entwickeln.

Die Forschenden betonen allerdings, dass die Studie einen Zusammenhang zeigt und nicht beweist, dass Optimismus allein Demenz verhindert. Dennoch könnte eine positive Lebenseinstellung ein Faktor sein, der zum gesunden Altern beiträgt.

Um auszuschliessen, dass sich die Ergebnisse lediglich dadurch erklären lassen, dass Menschen mit beginnenden kognitiven Problemen weniger optimistisch sind, führten die Forschenden zusätzliche Analysen durch. Auch nachdem Personen ausgeschlossen wurden, bei denen sich bereits innerhalb der ersten zwei Jahre eine Demenz entwickelte, blieb der Zusammenhang bestehen.

Was Optimismus mit dem Gehirn zu tun haben könnte

Warum Optimismus mit einem geringeren Demenzrisiko zusammenhängt, ist noch nicht abschliessend geklärt. Eine mögliche Erklärung könnte die Reaktion des Körpers auf Stress sein.

Frühere Untersuchungen deuten darauf hin, dass optimistische Menschen teilweise eine gesündere Stress- und Immunreaktion zeigen. Zudem sind sie häufiger körperlich aktiv und verfügen tendenziell über stärkere soziale Beziehungen.

All diese Faktoren können wiederum die Gesundheit im Alter beeinflussen. Optimismus könnte deshalb nicht isoliert wirken, sondern Teil eines ganzen Bündels von Verhaltensweisen und Lebensumständen sein, die gesundes Altern begünstigen.

Demenzrisiko lässt sich beeinflussen

Die Ergebnisse passen zu einer wachsenden Zahl von Untersuchungen, die sich mit veränderbaren Risikofaktoren für Demenz beschäftigen. Dazu gehören unter anderem Bewegungsmangel, soziale Isolation und verschiedene gesundheitliche Risikofaktoren.

Eine Kommission der medizinischen Fachzeitschrift «The Lancet» kam in einer früheren Untersuchung zum Schluss, dass ein grosser Teil der Demenzfälle weltweit mit beeinflussbaren Risikofaktoren zusammenhängt. Das bedeutet: Ein Teil des Risikos könnte möglicherweise durch Veränderungen der Lebensweise reduziert oder der Beginn der Erkrankung hinausgezögert werden.

Optimistisch zu sein, ist dabei natürlich kein Schutzschild gegen Demenz. Die neue Studie liefert aber einen weiteren Hinweis darauf, dass auch psychische und soziale Faktoren für die Gesundheit des Gehirns im Alter eine Rolle spielen könnten.

Für die Forschenden ist deshalb vor allem eines interessant: Optimismus könnte ein bislang unterschätzter Bestandteil eines gesunden Alterungsprozesses sein.

Dieser Artikel erschien erstmals auf koktejl.azet.sk, dem slowakischen Onlineportal, das zu Ringier Medien Schweiz gehört.

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