Superpflaster aus dem Labor
Wissenschaftler entwickeln Wundersalbe für Wunden

Forscher aus Kanada und den USA haben künstliche Blutgerinnsel entwickelt, die sich schneller bilden und stabiler sind. Diese Innovation könnte in Zukunft Leben retten – etwa bei Operationen oder Unfällen.
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Wissenschaftlern ist es gelungen, ein künstliches Blutgerinnsel zu entwickeln.
Foto: imago images/Panthermedia

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Forscher entwickeln künstliche Blutgerinnsel für Notfälle mit neuer Technik
  • Supergerinnsel sind 13-mal bruchfester und viermal haftfähiger als natürliche
  • Forschungsergebnisse wurden Ende April in Nature-Fachzeitschrift veröffentlicht
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Blick Newsdesk

Blutgerinnsel sind der körpereigene Mechanismus zur Eindämmung von Blutverlust und können unter den richtigen Umständen lebensrettend sein. Da dieser Schutzmechanismus jedoch manchmal versagen kann, haben Wissenschaftler aus Kanada und den USA nun neue, massgeschneiderte Blutgerinnsel entwickelt, die sich schneller bilden und länger halten als ihre natürlichen Pendants.

Diese künstlich hergestellten Blutgerinnsel werden mithilfe einer als «Click-Clotting» bezeichneten Technik aus dem Blut des Patienten oder eines Spenders hergestellt. Die Idee ist, dass diese Supergerinnsel, die sich innerhalb von Sekunden bilden, eines Tages als Notfallpflaster oder Salbe bei Operationen und Unfällen eingesetzt werden könnten.

Die Forschungsergebnisse zu den künstlichen Blutgerinnseln wurden Ende April in der Fachzeitschrift «Nature» veröffentlicht. Das Team ist zuversichtlich, dass ihre Entdeckungen dazu beitragen können, starke Blutungen zu stoppen und eine schnellere Gewebeheilung zu unterstützen.

Stabilisierung natürlicher Blutgerinnsel

Natürliche Blutgerinnsel bilden sich nur langsam und können zerbrechlich sein, was ihre Fähigkeit, starke Blutungen zu stoppen, einschränkt und die Heilung der Wunden gefährden kann. «Unsere Arbeit zeigt, dass rote Blutkörperchen bei richtiger Konstruktion eine zentrale strukturelle Rolle spielen können und so die Entwicklung stärkerer Biomaterialien ermöglichen», wird der Wissenschaftler Jianyu Li von der McGill-Universität in der Fachzeitschrift «Nature» zitiert.

Die Verwendung von roten Blutkörperchen ist von grosser Bedeutung – diese Zellen machen fast die Hälfte des Volumens von Blutgerinnseln aus. Wenn diese auf natürliche Weise entstehen, sind sie jedoch in mechanischer Hinsicht nicht besonders stabil, was bedeutet, dass sie leicht zerbrechen können.

Die Forscher haben nun rote Blutkörperchen in stabilere Bausteine verwandelt, indem sie mikroskopisch kleine chemische Reaktionen ausgelöst haben, die diese miteinander verbinden. Diese chemischen Reaktionen sind schnell und sicher. Das biotechnologisch hergestellte Gerinnsel kann in Form einer Salbe zu einem natürlichen Gerinnsel hinzugefügt werden.

Forschungen laufen noch

Im Labor und an Ratten getestete künstliche Blutgerinnsel erwiesen sich als 13-mal bruchfester und viermal haftfähiger als natürliche Blutgerinnsel. Nach Angaben des Teams lässt sich die Supergerinnsel-Salbe schnell herstellen. «Angesichts der typischen zeitlichen Zwänge im klinischen Alltag hat dieser Ansatz grosses Potenzial für die Notfallversorgung in Krankenhäusern, die Wundversorgung und ähnliche Bereiche», sagt Li.

Die Forschungen rund um die künstlichen Blutgerinnsel sind jedoch noch nicht abgeschlossen. So muss etwa noch untersucht werden, wie sich die verschiedenen Eigenschaften des Blutgerinnsels in unterschiedlichen Szenarien verhalten – von der Reparatur eines Organs bis hin zur Stillung arterieller Blutungen.

Dieser Artikel ist zuerst auf blic.rs erschienen. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier.  

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