Schluss mit der Zucker-Lüge
Expertin warnt vor radikalen Krebs-Diäten

Die polnische Ernährungsberaterin Natalia Mogilko warnt: Der Mythos, dass Zucker Krebs fördert, ist falsch. Sie rät Erkrankten zudem von restriktiven Diäten ab.
Kommentieren
1/8
Welche Rolle spielt die Ernährung bei Krebserkrankten? (Symbolbild)
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Polnische Ernährungsberaterin widerlegt den Mythos, Zucker würde Krebs direkt nähren
  • Restriktive Diäten gefährden Krebspatienten durch Mangelernährung und psychologischen Stress
  • Glukose ist essenziell für den Zellstoffwechsel, nicht nur für Krebszellen
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Blick_APP_DE_WeissRot_XXXHDPI-1024x1024_RGB.png
Blick Newsdesk

Der Mythos, dass Zucker Krebs nährt, hält sich hartnäckig. Doch laut der polnischen Ernährungsberaterin Natalia Mogilko ist das schlichtweg falsch. Im Gespräch mit «Fakt» betont sie: «Für Krebspatienten ist die Zufuhr von Energie und die Vorbeugung von Mangelernährung entscheidend.»

«Bei der Diagnose dachte ich, dass ich sterben werde»
2:28
Siegenthaler bleibt positiv:«Bei der Diagnose dachte ich, dass ich sterben werde»

Mogilko erklärt, dass der Körper – auch während einer Krebserkrankung – auf Kohlenhydrate als primäre Energiequelle angewiesen ist.

Dabei spielt der Zustand des Patienten eine zentrale Rolle. «Ein Patient im Frühstadium, der normal essen kann, braucht keinen radikalen Ernährungsansatz. Anders sieht es bei fortgeschrittenen Patienten aus, die kaum Nahrung zu sich nehmen können oder unter Nebenwirkungen der Therapie leiden. Dann setzen wir auf leicht verdauliche Lebensmittel wie kleine Getreideflocken», sagt sie.

Dürfen Krebspatienten Glace essen?

Die Expertin, die in einem Spital arbeitet, warnt vor restriktiven Diäten, die Zucker oder Eiweiss fast völlig ausschliessen. Eine Freundin habe ihr kürzlich einen Social-Media-Beitrag gezeigt, in dem empfohlen wurde, nur Fett zu sich zu nehmen. «Das ist extrem gefährlich. Der grösste Feind eines Krebspatienten ist Mangelernährung. Ohne Energie und Eiweiss fehlen dem Körper die Ressourcen zur Regeneration», so Mogilko.

Auch der psychologische Aspekt wird oft unterschätzt. «Es ist nicht akzeptabel, dass alle Glace essen dürfen, nur der Krebspatient nicht. Genussverzicht kann zusätzlichen Stress auslösen, und das ist in dieser Situation besonders schädlich», erklärt sie. Stress und Schuldgefühle durch strenge Diäten könnten den Zustand der Patienten verschlimmern, anstatt zu helfen.

So funktioniert der Warburg-Effekt

Der Mythos um Zucker und Krebs hat seinen Ursprung in den Arbeiten des deutschen Nobelpreisträgers Otto Warburg. Er beobachtete das Wachstum von Krebszellen im Labor.

Seine Beobachtung: Normalerweise sind Zellen effizient. Sie nutzen Sauerstoff und holen aus Zucker möglichst viel Energie heraus. Beim sogenannten Warburg-Effekt schalten Krebszellen allerdings auf einen schnelleren, aber ineffizienten «Turbo-Modus» ohne Sauerstoff um – sie bekommen zwar weniger Energie pro Zucker, können dafür aber schneller wachsen und die nötigen Bausteine für neue Krebszellen produzieren.

Ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel

Mogilko stellt klar: «Der Warburg-Effekt bedeutet nicht, dass aufgenommener Zucker direkt den Tumor nährt. Glukose ist ein Grundbaustein des Zellstoffwechsels – sie wird von allen Geweben genutzt, nicht nur von Krebszellen.»

Für Krebspatienten gilt also: Eine ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel, um die Behandlung zu unterstützen. «Niemand sagt, dass Krebspatienten löffelweise Zucker essen sollen. Aber ein Schokoriegel oder zuckerhaltige Spezialnahrung kann die Therapietreue erhöhen und liefert schnell verfügbare Energie», fasst die Expertin zusammen. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf fakt.pl. Die polnische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen