Forscher räumen mit Mythos auf
Nicht die Gaming-Dauer macht Kinder krank

Videospiele machen nicht per se dumm – im Gegenteil: Strategie- und Rollenspiele könnten kognitive Fähigkeiten fördern. Eine neue Studie warnt allerdings vor problematischem Gaming, das Denken und Sprache beeinträchtigen kann.
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Gaming ist bei Kindern und Jugendlichen ein beliebtes Hobby.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Studie mit 3854 Jugendlichen zeigt: Spielzeit allein schadet nicht der Intelligenz
  • Problematisch ist unkontrolliertes Spielen trotz negativer Folgen, nicht Spielstunden
  • Strategie- und Rollenspiele fördern kognitive Fähigkeiten, Actionspiele oft problematisch
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Stundenlang zocken, virtuelle Welten erkunden und online mit Freunden spielen – für viele Jugendliche gehört Gamen zum Alltag. Doch viele Eltern sorgen sich: Macht das ganze Gezocke nicht irgendwann dumm? Eine neue Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften aus Krems in Österreich zeigt jetzt: Nicht die Anzahl der Spielstunden ist entscheidend, sondern die Art und Weise, wie gespielt wird.

Die Forschenden untersuchten 3854 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren. Dabei zeigte sich, dass reine Spielzeit nicht automatisch mit schlechteren kognitiven Fähigkeiten verbunden ist. Problematisch wird Gaming vor allem dann, wenn Jugendliche die Kontrolle verlieren, ein starkes Verlangen nach Spielen entwickeln oder trotz negativer Folgen nicht aufhören können.

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Nicht jede Gaming-Stunde ist ein Problem

«Die reine Spielzeit greift als alleiniges Mass zu kurz», erklärt David Willinger von der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften. Ein Jugendlicher, der sich mehrere Stunden konzentriert mit einem komplexen Strategiespiel beschäftigt, unterscheide sich deutlich von jemandem, der trotz Problemen nicht mehr aufhören könne.

Genau diese Unterscheidung steht im Mittelpunkt der Studie. Die Forschenden zeigen: Jugendliche mit Symptomen einer Internet-Gaming-Störung schnitten bei verschiedenen Tests schlechter ab. Betroffen waren unter anderem logisches Denken, sprachliche Fähigkeiten, Zahlenverständnis, räumliche Vorstellungskraft und das Langzeitgedächtnis.

Wenn aus einem Hobby ein Zwang wird

Bei der reinen Spielzeit ergab sich dagegen ein anderes Bild. Nachdem problematisches Gaming herausgerechnet wurde, zeigten sich sogar leichte positive Zusammenhänge mit einzelnen kognitiven Fähigkeiten.

Die Studie beweist zwar nicht, dass Videospiele automatisch schlauer machen, sie zeigt aber, dass viele Spielstunden allein kein Warnsignal sind. Auch die Art der Spiele ist entscheidend. Strategie- und Rollenspiele standen häufiger mit besseren logischen und sprachlichen Fähigkeiten in Verbindung. Bei schnellen Actionspielen wie Shootern fanden die Forschenden dagegen häufiger Hinweise auf problematisches Spielverhalten.

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