Weine aus Amphoren
Alte Tradition neu belebt

Talhas heissen sie in Portugal, Qvevri in Georgien, Tinaja in Spanien – die Weinbereitung in Amphoren reicht weit in die Antike zurück. Vermehrt keltern Winzerinnen und Winzer einen Teil ihrer Trauben in solchen Gefässen und beleben damit eine uralte Tradition neu.
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Amphoren sind seit Jahrtausenden gebräuchliche Gefässe in der Weinherstellung.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Amphoren gekelterte Weine gibts seit Jahrtausenden
  • Immer mehr Winzerinnen und Winzer experimentieren damit
  • Sie treffen sich am jährlichen Amphora Day in Portugal
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Stefan KellerRedaktor Wein

Was im Jahr 2018 mit gut zwanzig Produzenten als bescheidene Zusammenkunft begann, hat sich zu einem der bedeutendsten Festivals seiner Art entwickelt. Der Amphora Wine Day vereint inzwischen rund vierzig Weingüter aus aller Welt und gibt jedes Jahr aufs Neue Anlass, die Vielfalt des Amphorenweins zu entdecken.

Gastgeber des Anlasses sind Catarina Vieira und Pedro Ribeiro, die Besitzer und Betreiber der Herdade do Rocim, eines renommierten Weinguts in der Region Alentejo.

Weiterentwicklung einer Tradition

«Amphoren sind so viel mehr als blosse Gefässe. Mit dem Amphora Wine Day feiern wir die Menschen hinter dem Wein, das Handwerk, das Erbe und die lebendige Weiterentwicklung einer einzigartigen Tradition», sagt Pedro Ribeiro. Auf seinem Weingut findet man hundertjährige Amphoren ebenso wie neue Gefässe.

Ungeachtet ihrer geografischen Herkunft folgt die Weinbereitung in Amphoren seit eh und je einem ähnlichen Prinzip: Die zerstossenen Trauben, mitunter samt Stielen, werden in Tongefässen der spontanen Gärung überlassen. Grösse, Innenbeschichtung und Brenntemperatur des Tons zählen zu den zahlreichen Variablen, die dem Wein seinen Charakter verleihen. Und doch vereint alle Amphorenweine – einige kennt man als «Orange Wine» – eine unverwechselbare Handschrift.

Der britische Weinautor Jamie Goode sagt es so: «Amphoren fördern die Reife des Weines auf eine Weise, die Frische bewahrt und dabei gänzlich auf den Einfluss von Holz verzichtet.»

Für Überraschung ist gesorgt

Je nach Anbaugebiet werden die Gebinde in den Boden eingegraben. Üblich ist auch, dass der Wein während der Gärung sich selber überlassen wird. Und so ist das Öffnen einer Amphore und das Abziehen des Weines vom Trester immer auch ein mit Spannung erwarteter Moment mit der grossen Frage: Was ist aus den Trauben geworden?

Risiko inbegriffen

Beim Amphora Wine Day bildete das Anstechen der Gefässe den Höhepunkt des Tages: Im Klang eines Cante-Alentejano-Chors versammelten sich alle Gäste um die meterhohen Tongefässe. Pedro Ribeiro und Catarina Vieira schlugen dann den Korken aus dem Boden der Amphoren und gaben den jungen Wein frei – der sogleich zur Verkostung in die wartende Menge gereicht wurde.

Diese traditionelle Art der Kelterung ist nicht ohne Risiko, da sie mehr oder weniger unkontrolliert verläuft. Nicht wenige Betriebe benutzen deshalb Amphoren nur für den Ausbau des fertigen Weins.

Sie schätzen dabei die im Vergleich zum Holz geschmacksneutralere Art des Materials und die porösere Eigenschaft von Ton im Vergleich zum Stahltank.

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