Darum gehts
- Die Neuenburger erfanden vor 165 Jahren den Roséwein Œil de Perdrix
- Der Name leitet sich von der Farbe des Rebhuhnauges ab
- Mit ihrem Wein treffen die Neuenburger den Zeitgeist
Man erzählt sich, dass 1861, also vor 165 Jahren, der Weinhändler Louis Bovet aus Areuse die erste Etikette mit dem Namen Œil de Perdrix drucken liess.
Die Farbe des Weins soll derjenigen des Rebhuhnauges ähnlich sein, genauer gesagt der Farbe des kleinen roten Hautrings um das Auge herum. So kam der Neuenburger Rosé zu seinem Namen.
Aufschwung in den letzten Jahrzehnten
So richtig in Fahrt kam das Produkt aber erst vor einem halben Jahrhundert, weiss Henry Aloys Grosjean, der Château d'Auvernier – das traditionsreichste Weingut Neuenburgs – in der 15. Generation führt; als Gründungsjahr gilt das Jahr 1603.
60 Hektaren sind im eigenen Besitz, Trauben von weiteren 15 Hektaren werden dazugekauft. Jährlich gelangen aus dem Schlosskeller 400'000 Flaschen, davon sind je nach Jahrgang bis zur Hälfte Œil de Perdrix. «Die Menge hängt auch vom Wetter ab», sagt Henry Aloys Grosjean.
Das Original und der Neue
Mit Jahrgang 2025 hat er einen zweiten Weintyp auf den Markt gebracht, den Œil de Perdrix 1603, abgefüllt in einer weissen Flasche; er beschreibt ihn als mineralisch. Beim 1603er wird – im Gegensatz zum Original – vollständig auf den biologischen Säureabbau verzichtet, damit wirkt der Neue etwas knackiger.
Die rosarote Welle
Die Grosswetterlage kommt diesem Weintyp zugute; Rosé sind so gefragt wie nie, und das nicht nur in heissen, trockenen Sommern. Leichtes, Tanninarmes und entsprechend Unanstrengendes hat generell einen guten Zug.
Rund die Hälfte aller im Kanton Neuenburg geernteten Pinot-noir-Trauben wird heute als Rosé gekeltert. Vergeblich versuchten die Neuenburger, Œil de Perdrix als Marke zu schützen; auch andere Schweizer Weinbaugebiete bieten ihn an.
Im Gegensatz zum Neuenburger müssen diese nicht ausschliesslich aus Pinot-noir-Trauben gekeltert sein. Doch auch ausserhalb der Schweiz stösst man auf diese Bezeichnung, etwa in der Champagne oder im Burgund.