Vielfältig und weitverbreitet
Sangiovese prägt Italiens Weinkultur

Kein Land produziert mehr Wein als Italien. Spitzenreiter sind die Rotweine aus Sangiovese-Trauben. Zehn Prozent der gesamten Anbaufläche sind mit dieser Sorte bestockt. Die bekanntesten Weine heissen Chianti, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano.
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In Italien sind rund 63'000 Hektaren mit Sangiovese bestockt. Das sind 10 Prozent der gesamten italienischen Rebfläche.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sangiovese ist Italiens am weitesten verbreitete Traubensorte
  • Sie findet Ausdruck in bekannten Weinen wie Chianti, Brunello und Nobile di Montepulciano
  • Der Standort wirkt sich stark auf den Weintyp aus
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Stefan KellerRedaktor Wein

In der Toskana und in anderen Regionen Mittel- und Süditaliens spielt Sangiovese in vielen Weintypen eine entscheidende Rolle.

Attilio Scienza, Italiens berühmtester Rebenforscher, geht davon aus, dass sich die Sorte vom Süden Italiens aus Richtung Norden verbreitet hat. Dafür sprechen die bekannten Synonyme: In Palermo nennt man die Sorte Cela-Cela, in Bari Tuccanese, in Cosenza Puttanella.

Spurensuche in alten Schriften und Gemälden

Eine erste schriftliche Erwähnung findet man bei Giovan Vettorio Soderini (1526–1596) in seiner Publikation «Trattato della coltivazione delle viti». Soderini bezeichnet Sangiogheto als eine produktive, saftige Traube.

In einem Gemälde von Bartolomeo Bimbi (1648–1729) taucht sie in einem Stillleben auf. Die erste Nennung von Sangiovese im Zusammenhang mit Wein findet sich 1672 in einem Pachtvertrag in Faenza in der Romagna.

Eine Rebsorte — unterschiedliche Ausformung

Die Wanderschaft der Sorte, wie es Reben eigen ist, hat im Laufe der Zeit zu ganz verschiedenen Bezeichnungen geführt. Durch die unterschiedlichen Bedingungen in den Anbaugebieten – Bodenstruktur, Kleinklima und anderes mehr – sehen sich die Trauben nicht immer ähnlich.

1876 stellte die ampelografische Kommission von Siena in einer Studie aber fest, dass es sich beim Brunello di Montalcino, dem Prugnolo di Montepulciano und dem Sangioveto aus dem Chianti um dieselbe Rebsorte handelt. Dennoch zeigen sich die daraus gekelterten Weine im Glas von ganz unterschiedlichem Charakter.

Fünf erstklassige Repräsentanten

Das lässt sich trefflich an fünf Weinen zeigen, die Attilio Scienza als exemplarisch für die jeweiligen Gebiete ausgewählt hat: Morellino di Scansano 2024 von Roccapesta, Rosso di Montepulciano Prugnolo 2024 von Boscarelli, I Ronchi Sparsi Sangiovese di Romagna 2023 von Multilana, Chianti Classico Gran Selezione Vigna Il Poggio 2021 von Monsanto und Brunello di Montalcino Podernovi 2021 von San Polo.




 

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