Avanti Chianti!
Herzhaft Essen in Florenz

Fiasco – eine Flasche mit Geschichte. In der Trattoria Baldini in Florenz lebt sie weiter. Besuch bei einer Institution, wo weder Wein noch Küche die erste Geige spielen, sondern die Ambiance einer Gesellschaft, die gerne isst und trinkt und dabei guter Laune ist.
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Ein Fiasco Chianti gehört in der Trattoria Baldini auf den Tisch wie das Amen in die Kirche.
Foto: Stefan Keller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Fiasco-Flasche für den Chianti verschwand in den 1980er-Jahre vom Markt
  • Heute weckt sie nostalgische Gefühle
  • In der Trattoria Baldini in Florenz lebt sie hoch
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Stefan KellerRedaktor Wein

Lust auf eine Zeitreise? Auf einen Schluck Chianti aus der Korbflasche? Zürich HB ab: 7.33 Uhr. Florenz an: 13.04 Uhr. Vor dem Bahnhof Santa Maria Novella ins Tram, Linie 1, ein- und – eine Haltestelle später – bei der Stazione Leopolda aussteigen. In Sichtweite befindet sich die Trattoria Baldini, eine fiorentinische Institution, gegründet 1924.

«Eine echte Komödie, bewegtes Leben und Freude, Geschichten serviert mit Poesie. Hier isst man ausgezeichnet … und man kommt auch zum Scherzen und Lachen.» So stehts – von vielen unbeachtet – bei der Eingangstür, von wo aus es entlang der Bar und der Kühlvitrine mit den reifenden Rinderrücken in den Speisesaal geht.

Toskanische Köstlichkeiten aller Art

Selbstverständlich wird in der Trattoria Baldini die bistecca fiorentina serviert. Im Angebot stehen aber auch andere typische Gerichte wie trippa alla fiorentina, bollito misto und cinghiale alla maremma, also Deftigkeiten wie Kutteln, Siedfleisch und Wildschwein. Fleischloses findet man bei den Primi Piatti: ribollita, pasta e fagioli, risotto zafferano ...

Abgerechnet wird nach Verbrauch

Erwartet werden die Gäste nicht bloss von den Cameliere Stefano, Alfiero, Tonino und ihrer Kollegin Debora, sondern ebenso vom Fiasco. Er steht auf jedem Tisch still und willig bereit – al consumo, nach Verbrauch. Jeder trinkt von der 1,5-Liter fassenden Flasche so viel er mag, abgerechnet wird mit Augenmass.

Der Hauswein ist ein Chianti der Podere Palazzuolo aus Pontassieve und das Gegenteil eines Supertoskaners, eines «vino importante», wie sie in den Weinführern abgefeiert werden. Es ist Roter aus Sangiovese-Trauben, simpel gestrickt und in seiner unprätentiösen Art ein diskreter Essensbegleiter für die einfachen, schmackhaften Gerichte aller Art, die in der Trattoria mittags und abends aufgetischt werden.

Toskana – mehr als Chianti

Selbstverständlich ist in der Trattoria Baldini auch eine Weinkarte greifbar. Sie fächert die Vielfalt toskanischer Weine auf. Aus dem Gebiet des Chianti Classico gibt's etwa Isole e Olena (35 Euro) und die Riserva von Fèlsina (40 Euro), aus Montepulciano den Rosso von Poliziano (25 Euro) und den Nobile der Fattoria del Cerro (25 Euro) und aus Bolgheri Argentieras Poggio al Ginepri (32 Euro) und Le Volte von Ornellaia (38 Euro). Alles in allem nostalgische Preise in nostalgischem Ambiente. Allora: bald hin zu Baldini!

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