Wo der Hahn kräht
Chianti Classico auf dem Prüfstand

Im Rahmen der Anteprima Chianti Classico präsentieren die Winzerinnen und Winzer des Anbaugebiets jährlich ihre neuen Jahrgänge. Die ausrangierten Bahnhofshallen der Stazione Leopolda in Florenz sind stimmungsvoller Austragungsort.
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Die Anteprima in Florenz findet jährlich im Februar statt.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Chianti Classico ist der umsatzstärkste toskanische Wein
  • Die Weine sind durch das Symbol des Gallo Nero, eines schwarzen Hahns, gekennzeichnet
  • Es werden die drei Typen Annata, Riserva und Gran Selezione angeboten
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Stefan KellerRedaktor Wein

Der Gallo Nero – der «schwarze Hahn» – ist das Symbol der Weine des Chianti Classico und kennzeichnet die Flaschen. Wie es dazu kam, erzählt eine mittelalterliche Legende.

Die Städte Florenz und Siena stritten immer wieder um die Grenzen des Chianti-Gebiets. Um den Streit beizulegen, einigten sich beide Parteien auf einen ungewöhnlichen Wettbewerb: Zwei Reiter sollten beim Krähen des Hahns gleichzeitig von ihren Städten aufbrechen – und am Ort des Aufeinandertreffens sollte fortan die Grenze verlaufen.

Die schlauen Florentiner

Die Florentiner wählten einen schwarzen Hahn, hielten ihn vor dem Rennen hungrig und im Dunkeln, und so krähte der gepeinigte Vogel noch vor der Morgendämmerung. So konnte der Florentiner Reiter viel früher starten als sein Kontrahent und weit Richtung Siena reiten. Die Grenze verlief fortan deutlich zum Vorteil der Fiorentini. Der schwarze Hahn wurde so zum Symbol des florentinischen Sieges und später zum Zeichen der Chianti-Classico-Winzer.

Heute ist Chianti Classico DOCG die umsatzstärkste toskanische Herkunftsbezeichnung. Sie unterscheidet sich von anderen Chianti-Typen durch verschiedene Faktoren, wesentlich ist etwa die definierte Anbauzone, das Gebiet zwischen Florenz und Siena. Jährlich werden auf 7000 Hektaren 35 bis 38 Millionen Flaschen produziert. Diese generieren einen geschätzten Wert von 84 Millionen Euro.

Dreistufige Produktion

Die Produktion ist dreigeteilt in die Typen Annata, Riserva und Gran Selezione. Mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion entfällt auf Annata. Dies sind Weine, die während mindestens eines Jahres ausgebaut werden müssen, bevor sie abgefüllt werden. Bei Riserva-Weinen ist die minimale Ausbauzeit doppelt so lang. Als Riserva gelangt etwas mehr als ein Drittel aller Chianti-Classico-Weine in den Handel. Beide Weintypen müssen aus mindestens 80 Prozent Sangiovese gekeltert sein.

Die Spitze der Qualitätspyramide

2014 wurde die Kategorie Gran Selezione eingeführt. Sie gilt als Spitze der Qualitätspyramide und erzielt deutlich höhere Flaschenpreise als Annata und Riserva. Die minimale Ausbauzeit liegt bei 30 Monaten, der Mindestanteil an Sangiovese beträgt seit 2021 90 Prozent. Parallel zu diesen Neuerungen kam die Möglichkeit hinzu, eines von elf Dörfern zu erwähnen, also etwa Greve, Radda oder Gaiole. Diese Regelung läuft unter dem Begriff UGA (Unità Geografiche Aggiuntive).

Nur 20 Prozent der Produktion werden im Inland konsumiert, damit ist Chianti Classico DOCG toskanischer Exportmeister. Die meisten Flaschen gehen in die USA, drei Prozent in die Schweiz.

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