Langer Weg zur AOC
Frankreich hat jetzt 369 Wein-Appellationen

Montpeyroux ist ein kleines Gebiet in der riesigen Weinregion Languedoc im Süden Frankreichs. Ab dem Jahrgang 2026 dürfen die Weine unter der Bezeichnung Montpeyroux AOC vermarktet werden. Auf die amtliche Bestätigung mussten die Winzer 30 Jahre warten.
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Montpeyroux ist ein hübsches Dörfchen im Languedoc und Namensgeber für die neueste Wein-Appellation in Frankreich.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Vor sechzig Jahren erhielten die ersten französischen Weinregionen den AOC-Status
  • Die Idee für den Herkunftsschutz besteht schon seit 1905
  • Das warten auf das amtliche Siegel kann dauern
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

1962 sagte Charles de Gaulle: «Wie soll ich ein Land regieren, das 246 Käsesorten hat?» Heute wird die französische Käsevielfalt auf rund 1200 Sorten geschätzt. Vier Jahre nach dem Bonmot des Staatspräsidenten erhielten in Frankreich die ersten sechs Weinregionen den AOC-Status: Châteauneuf-du-Pape (Rhonetal), Cassis (Provence), Arbois (Jura), Cognac (Charente-Maritime), Tavel (Provence) und Monbazillac (Südwesten).

Mittlerweile produzieren 369 Weingebiete nach dem Regelwerk, das gleichzeitig auch Herkunftsschutz ist. Über den AOC-Status entscheidet die 1935 gegründete Behörde INAO (Institut National des Appellations d'Origine).

AOC als Qualitätsschutz

Bereits 1905 hatte das französische Landwirtschaftsministerium die Idee geografisch klar abgegrenzter Produktionsgebiete. Damit sollte der «rechtliche Rahmen zum Schutz landwirtschaftlicher Produkte, deren Qualität und Eigenschaften von ihrem Herkunftsterrain abhängen» geschaffen werden.

Das Regelwerk sollte den Einfluss des Terroirs auf die Weine würdigen. Auch Panschereien wurden verhindert. Zum Beispiel, wenn die hellroten Weine aus Frankreichs nördlichen Weinregionen mit dunkelfarbigen Roten aus dem Midi aufgehübscht wurden.

Strikte Vorschriften

In den AOC-Regeln sind unter anderem auch Rebsorten, Pflanzdichte der Stöcke, Mindestmostgewichte, Ausbauart der Weine und Datumslimiten für deren Vermarktung hinterlegt. Weine, die abweichend von diesen Regeln produziert werden, verlieren den AOC-Status und damit das Recht, die Herkunftsregion auf das Etikett zu schreiben.

Sie werden im Regionen-Klassement heruntergestuft und als IGP-Weine (Indication Géographique Protégée) verkauft. Das entsprach früher dem Landwein einer Region.

Langer Weg zur AOC

Oft braucht es Beharrlichkeit, um den AOC-Status zu erhalten oder Änderungen der Regeln durchzusetzen. Die 35 Betriebe der neu geschaffenen AOC Montpeyroux im Languedoc hatten jedenfalls einen langen Schnauf.

30 Jahre dauerte es vom ersten Antrag über das Festlegen des AOC-Regelments, die Inspektionen und sensorischen Prüfungen der Weine bis zur amtlichen Bestätigung der INAO, die im Pariser Vorort Montreuil über die französische Weinkultur wacht, und der EU.

Bessere Preise

Die frischgebackene Wein-Appellation ist 595 Hektar gross und liegt im Languedoc, etwa 40 Kilometer nördlich von Montpellier. Ab dem Jahrgang 2026 werden dort 35 Produzenten aus den roten Hauptsorten Grenache, Syrah, Mourvèdre und Carignan sowie komplementären Sorten rund 500'000 Flaschen Wein unter dem Label der AOC Montpeyroux keltern.

Die bisherige Bezeichnung Languedoc Montpeyroux AOC wird dann nur noch auf den Etiketten älterer Jahrgänge zu lesen sein. Nun hoffen die Winzer auf bessere Preise für ihre Weine auf dem Markt.

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