Darum gehts
- Gewitterstürme mit Hagelzellen sind aktuell die grösste Gefahr für die Trauben
- Hagelschlag kann ganze Weinberge verwüsten
- In der Gironde hat das Wetter am 26. August getobt
Die Merlot-Trauben hingen fast reif am Stock, die Winzer freuten sich auf die Ernte gesunder Trauben – und dann das. Am 26. August, kurz vor Mitternacht, fegte ein Hagelsturm über die Gebiete am rechten Ufer der Gironde und richtete Verwüstungen an. Eine Viertelstunde lang tobte das Wetter. Die Hagelkörner standen teils 20 Zentimeter hoch in den Rebbergen, wie das französische Branchenportal Vitisphère berichtete.
Blätter hat es nun keine mehr an den Stöcken. Trauben, die nicht zerschnetzelt am Boden liegen, hängen beschädigt an den Trieben. Eigentlich sollte die Ernte in ein bis zwei Wochen beginnen. Nun wurden Lese-Teams früher aufgeboten und betroffene Winzer brachen ihre Ferien ab, um zu retten, was noch zu retten ist.
Solidarität unter Winzern
Aus den Trauben, die noch an den Stöcken hängen, wird nun ein leichter Rotwein gekeltert. Die Solidarität unter den Winzern ist gross. Wer verschont geblieben ist, hilft seinen Kollegen, um die Hageltrauben möglichst schnell in den Keller zu bekommen.
Schwer getroffen hat es das Städtchen Blaye, das vis-à-vis der Weinregion Médoc liegt. Blaye Côtes de Bordeaux heisst das 6000 Hektar grosse Anbaugebiet, das sich vom Ufer der Gironde bis ins Hinterland erstreckt. 450 Winzer bewirtschaften hier ihre Reben und verdienen ihren Lebensunterhalt in der Weinbranche.
Produziert wird zu 90 Prozent Rotwein. Die wichtigste Sorte ist Merlot, mit einem kleinen Anteil Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Malbec in der Cuvée. Bitter ist der Verlust der Trauben im Clos de l'Échauguette. Der 15 Ar grosse, ausschliesslich mit Merlot bepflanzte Mikro-Weinberg steht auf dem Gelände der berühmten Zitadelle von Blaye mit Aussicht auf die Gironde und die berühmten Weinberge im Médoc.