Konkurrenz zu Bordeaux
Waadtländer Schlossgeschichten

Welcher Weinliebhaber träumt nicht davon, einmal die berühmten Châteaus von Bordeaux zu besichtigen? Träumen wir weiter… und besuchen derweil einige der grandiosen Weinschlösser im Kanton Waadt!
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Das idyllische Château de Vuillerens begeistert mit seinen Gärten, seinen Skulpturen und seinen biologischen Weinen.
Foto: zVg.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Kanton Waadt besitzt mehr als vierzig Weinschlösser
  • Hier steckt hinter dem Wort «Château» tatsächlich ein historisches Schloss
  • Nicht nur architektonisch, auch wegen des Weins lohnen diese Schlösser einen Besuch
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Eva ZwahlenRedaktorin Wein

Während im Bordelais der Begriff «Château» einfach ein Weingut meint – egal, ob es sich um ein pompöses Schloss oder eine bessere Hundehütte mit dazugehörenden Rebbergen handelt –, verbirgt sich hinter dem Wort «Château» in der Waadt wirklich ein Schloss, das diesen Namen verdient. Oder doch zumindest ein historisches Herrenhaus, ein herrschaftliches Manoir.

Tatsächlich findet man in der Waadt, am Genfersee, mehr als vierzig Schlösser, die eng verbunden sind mit Weinbau. Einige sind öffentlich zugänglich, andere kann man wenigstens von aussen besichtigen – und natürlich die feinen Tropfen probieren, die ihren Namen tragen und auf ihren Ländereien angebaut werden. Die folgenden sollten sich Wein- und Schlossfans nicht entgehen lassen:

Château de Valeyres (Côtes de l'Orbe)

Das stolze Herrenhaus im Berner Stil verdankt seinen Ruf dem Önologen Benjamin Morel. Er kümmert sich in dritter Generation um den Wein des Schlosses und hat es in Zusammenarbeit mit seinem Jugendfreund, dem Winzermeister Frédéric Hostettler, geschafft, das Schloss Valeyres in den Kreis der besten Waadtländer Güter zu hieven. Einen Namen gemacht haben sich die beiden nicht zuletzt mit ihren interspezifischen Raritäten wie Sauvignac, Divico oder Muscaris. Eine Entdeckung!

Château de Vufflens (La Côte)

Es scheint direkt aus einem Märchenbuch zu stammen, das auf einem Rebhügel thronende riesige Château de Vufflens mit mächtigem Donjon im Hinterland von Morges. 1160 wurde es erstmals erwähnt. Unvergessen sein düsterster Bewohner, der grimmige Grimoald, der seine Frau im Turm einschliessen liess, nachdem sie ihm statt des erhofften Sohnes die vierte Tochter geboren hatte. Das Schloss ist in Privatbesitz, besichtigt werden kann nur der Innenhof. Darüber hinwegtrösten einen die Weine, die auf den acht Hektar Reben gedeihen und vom Maison Bolle vinifiziert werden.

Château de Vuillerens (La Côte)

Berühmt ist das idyllische Schloss Vuillerens in erster Linie für seine fantastischen Themen-Gärten. Wenn die mehr als 600 Iris-Sorten blühen, geben sich Blumenfreunde von nah und fern hier ein Stelldichein. Ein Gutshof mit Ackerflächen, ein Skulpturenpark und natürlich die sieben Hektar umfassenden Rebberge, die dem Schloss zu Füssen liegen, sind weitere Anziehungspunkte. Die biologisch produzierten Weine werden seit kurzem von einem originellen Chasselas-Bier ergänzt.

Château de Chillon (Lavaux)

Kein Wunder ist das Schloss Chillon im Savoyer Stil das meistbesuchte historische Denkmal der Schweiz. Spektakulär seine Lage auf einem Felsvorsprung direkt am Genfersee, nur über eine Holzbrücke zu erreichen. Eindrücklich seine Gemäuer mit Türmen, Schiessscharten und Gefängnis, aber auch mit Prunksälen und Schatzkammern. Der Wein des Schlosses, der Clos de Chillon (ein Chasselas und eine rote Cuvée), wächst in unmittelbarer Nähe des Schlosses und ist im Museumsshop erhältlich.

Château Maison Blanche (Chablais)

Wer auf der Autobahn vom Genfersee Richtung Wallis fährt, sieht das weisse Schlösschen mit seinem neckischen Rundturm von Yvorne herübergrüssen. Es steht mitten in den Rebbergen (8 Hektar), die von der Familie Suardet mit grösster Sorgfalt gepflegt werden. Die Rebstöcke wachsen auf einem Terroir, das der verheerende Bergsturz von 1584 hinterlassen hat und das den Weinen eine besondere Mineralität verleiht. Der Chasselas, der hier neben diversen Spezialitäten gedeiht, gehört zu den elegantesten und finessenreichsten, die es gibt.

Château d'Aigle (Chablais)

Das wehrhafte Schloss Aigle thront zwar mitten in den Weinbergen (nicht zuletzt wächst ganz in der Nähe der berühmte Eidechsliwii…), produziert aber selber keinen Wein. Trotzdem ist es dem Wein eng verbunden, beherbergt es doch das sehenswerte Rebbau- und Weinmuseum. Und keine Angst: Verdursten muss hier auch niemand. In der zum Schlossareal gehörenden «Pinte du Paradis» wird man nicht nur kulinarisch verwöhnt, sondern kann auch diverse regionale Weine geniessen und kennenlernen.

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