Darum gehts
- Der Dôle des Monts ist einer der bekanntesten Schweizer Weine
- Erfunden hat ihn vor 140 Jahren der Waadtländer Edmond Gilliard
- Immer wieder steht er auf der Weinkarte der Schweizer Speisewagen
«Fruchtiger Einstieg, gefolgt von einer seidigen Textur, in ein vollmundiges Erlebnis mündend», so wird der Dôle des Monts im Speisewagen der SBB angepriesen, und solche Qualitäten wünscht man sich für die gesamte Fahrt.
Der unverkennbare Walliser Rotwein, abgefüllt in eine 2,5-dl-Flasche, kostet 15.80 Franken, ein gutes Mass, ein fairer Preis für eine Atempause in einem bewegten Leben zwischen Basel und Bern oder Lausanne und Biel.
Störungsfreies Trinken
Gilliards Kellermeister Samuel Panchard sagt es so: «Der Dôle des Monts besteht traditionellerweise zu mindestens 85 bis 95 Prozent aus Pinot noir und etwas Gamay. Er soll zu jedem Anlass passen. In diesem Sinne möchte ich ihn geschmeidig und süffig haben, ohne störende Adstringenz.» Gepröbelt wird dennoch immer wieder. «In den letzten Jahren haben wir versucht, die Fruchtigkeit zu verfeinern und dem Wein gleichzeitig eine verstärkte Struktur zu verleihen.» Dafür bediente sich Panchard etwa bei den Schweizer Sorten Gamaret, Garanoir und Diolinoir.
Wein mit internationaler Ausstrahlung
Das Weinhaus Gilliard wurde – wie die Domaine du Mont d’Or – durch Waadtländer gegründet. Edmond Gilliard (1847–1939) legte den Grundstein 1885: Er kaufte Rebberge mit dem Flurnamen Brûle-Fer und Mont bei Sitten VS. Gilliard bot früh Wein in Flaschen an, dies war zu seiner Zeit ungewöhnlich, und er bereiste die Schweiz, um seine Weine bekannt zu machen.
Seine beiden ersten Abfüllungen «Clos du Mont», ein Dôle, und der Johannisberg «Brûle-Fer» wurden rasch national und international berühmt, dabei half sehr, dass sie an der Landesausstellung von Bern 1894 und an der Weltausstellung von Paris 1900 ausgeschenkt und prämiert wurden. Damals begann auch die Dôle-des-Monts-Karriere als Speisewagen-Wein, und zwar auch auf internationalen Linien.
Namen im Wandel der Zeit
Auf Edmonds Sohn Robert Gilliard – er übernimmt den Betrieb 1918 – geht der Fendant Les Murettes zurück, ein anderer ikonischer Schweizer Wein. Das Nachkriegsgeschäft lief gut, und so konnte die dritte Generation, François Gilliard, 1958 die Domaine de la Cochetta erwerben, deren terrassierte Rebberge in Sitten sind stellenweise bis 20 Meter hoch.
In diesem Jahr taufte Gilliard den Clos du Mont in Dôle du Mont um, und seit 1977 heisst er Dôle des Monts. Der Grund liegt darin, dass die Produktionsmengen stetig stiegen und dafür auch Trauben ausserhalb der Lage Clos du Mont benötigt wurden, dasselbe geschah auch mit dem Aigle Les Murailles. So wurde aus einem Lagen- ein Markenwein.
Neu auch in Bioqualität
Heute gehört das Weinhaus Gilliard zur Gruppe des Schwyzer Weinhauses Schuler, die im Wallis über mehrere Betriebe verfügt. Durch den Zukauf der Domaine Henri Valloton in Fully kann Gilliard auch auf biologisch produzierte Trauben zurückgreifen und bietet seit Jahrgang 2022 nebst dem Klassiker eine Bioversion Dôle des Monts an, die Produktion liegt bei jährlich bei rund 20'000 Flaschen, gemessen am Urdôle ein Klacks. Beim Biodôle sind nebst Pinot noir und Gamay auch Merlot im Spiel.