Keine Scheu vor dieser Kombi
Jetzt fehlt nur noch der passende Wein!

Das Pfingstwetter soll herrlich werden. Also ran an Kohle, Wurst und Wein auf der Terrasse, am See oder an lauschigen Feuerstellen im Wald! Zum sommerlichen Grillplausch passen ganz unterschiedliche Weine.
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Hier fehlt noch etwas: Heisse Wurst und kühler Wein sind ein perfektes Paar.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Brät, Gewürze und Schärfe der Wurst haben Einfluss auf die Weinwahl
  • Unkomplizierte, leichte Rotweine passen zum Cervelat
  • Wer Stilbrüche liebt, öffnet zur Bratwurst eine Flasche Schaumwein
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Wenn von Barbecue und Wein die Rede ist, geht es oft um Fleisch, Fisch und Gemüse. Das unkomplizierteste Grillgut, die Wurst, geht dabei unter. Schade, denn die Wurstvielfalt ist riesig. Bei der Kombination mit Wein geben Schärfe, Würze und Struktur der Wurst vor, was am besten passt. 

Blauburgunder & Cervelat

Pro Jahr werden in der Schweiz 160 Millionen Cervelats produziert, schreibt Paul Imhof in seinem Buch «Das kulinarische Erbe der Schweiz». Der Schweizer Klassiker schmeckt auch kalt mit Brot, falls das Feuermachen unterwegs misslingt. Doch das wahre Glücksgefühl stellt sich ein, wenn die Wurst glühend heiss und perfekt gebräunt am selbstgeschnitzten Spiess steckt.

Dann wird die Flasche Blauburgunder geöffnet. Der unkomplizierte frische Rotwein mit den feinen Kirschnoten passt perfekt zur feinen Struktur und diskreten Räucheraromatik des Cervelats. Einen Korkenzieher braucht es beim Drehverschluss nicht, und statt Weingläser tun es Picknickbecher aus Papier auch.

Merlot & Luganighetta

Eine typische Tessiner Spezialität ist die zur Schnecke gerollte dünne Grillwurst. Sie besteht aus gröberem Brät als der Cervelat und wird äusserst raffiniert mit Gewürzen (Nelken, Zimt, Muskatnuss) und manchmal mit etwas Marsala — dem berühmten sizilianischen Süsswein — verfeinert.

Dazu braucht es Kraft und Körper im Glas. Der Tessiner Merlot zur Wurst kann, muss aber nicht im Holzfass ausgebaut worden sein. Die Noten von Zwetschgen und der Hauch von Blutorange, die so typisch für diese Weine sind, lässt sich von den Gewürzen in der Wurst nicht unterkriegen.

Schaumwein & Buurebratwurst

Kontrast und Stilbruch machen diese Kombination so unwiderstehlich. Die feinen Bläschen und das grobe Brät sind wie die Schöne und das Biest. Mittlerweile gibt es Bratwürste in allen Variationen: verfeinert mit Käse, Baumnüssen oder Steinpilzen. Da darf es also gern etwas Edles im Glas sein.

Die Schaumweinvielfalt der Schweiz ist mindestens so gross die Wurstvielfalt. Nicht nur Chardonnay und Pinot noir werden versektet, auch Petite Arvine oder Chasselas durchlaufen die zweite Gärung auf der Flasche. Wichtig: Wird die Bratwurst mit Chili scharfgemacht, sollten die Bubbles durch Rosé ersetzt werden. 

Syrah & Merguez

Merguez sind eine scharfe Sache. Die Würste stammen aus der maghrebinischen Küche und werden klassisch aus Lammfleisch zubereitet. Kein Dorffest in Frankreich ohne Merguez, eingeklemmt im Baguette, dessen weiche Krume das Fett gut aufsaugt. In der Schweiz sind Merguez aus Lamm- und Rindfleisch im Angebot, die auch weniger scharf sind.

Das nimmt den pikanten Würsten ein wenig die Originalität, macht sie aber auch einfacher kombinierbar mit Wein. Hier braucht es mehr Kraft, dunkle Frucht und Würze. Syrah aus dem Wallis erfüllt diesen Anspruch auch, weil die Fruchtaromatik kühl und straff ist.

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