Big Five autochthoner Sorten
Attilio Scienza kennt Italiens einheimische Sorten

Weine aus autochthonen Sorten liegen im Trend. An der Vinitaly – sie findet in diesen Tagen in Verona statt – stellt Attilio Scienza, Italiens bekanntester Rebenforscher, klar: Autochthon, also nachweisbar am Ort entstanden, wo sie heute noch wachsen, sind nur wenige.
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Rebenforscher Attilio Scienza präsentiert an der Vinitaly sein neues Buch.
Foto: Stefan Keller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Autochthone Rebsorten sind zunehmend gefragt
  • Nur bei wenigen, die so bezeichnet werden, ist der Ursprung nachweisbar
  • In Italien sind fünf Sorten lupenrein
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Stefan KellerRedaktor Wein

An der diesjährigen Vinitaly, Italiens bedeutendster Weinmesse mit 4000 Ausstellern, wird Attilio Scienza für sein Lebenswerk mit dem «Premio alla carriera» ausgezeichnet.

«Als zentrale Figur in der Geschichte des italienischen Weins, international renommierter Wissenschaftler, Rebgenetiker, Agronom und Erzähler der Weinanthropologie, hat Attilio Scienza neue Horizonte in der Erforschung und im Verständnis des Weins als kulturellen Ausdruck sowie in der Ausbildung eröffnet und dazu beigetragen, Schlüsselbegriffe wie Terroir, Identität und Tradition zu definieren», so die Laudatio.

Autochthon sein wollen viele

Hunderte von Sorten werden in Italien für die Weinproduktion kultiviert, und gerne nehmen Winzer und Regionen den Begriff autochthon in Anspruch, gewissermassen die Geburtsurkunde, und meinen damit: Die Sorte gehört zu uns. Durch die Möglichkeiten der DNA-Analysen, in Italien nahm sie vor 20 Jahren Fahrt auf, wurde vieles neu sortiert.

Der aktuelle Forschungsstand zeigt laut Attilio Scienza, dass in Tat und Wahrheit nur fünf als autochthon bezeichnet werden können, und interessanterweise stammen sie alle aus Regionen, die in Italien nicht zu den renommiertesten zählen, also nicht aus dem Piemont und der Toskana, man findet sie in Kampanien, Friaul-Julisch Venetien, im Trentino und in der Emilia-Romagna. Es sind dies: Asprinio, Aglianico, Refosco del Peduncolo Rosso, und die beiden Lambrusco-Varietäten Lambrusco Sorbara und Foglia Frastagliata – Enantio, erstere aus der Emilia-Romagna, letztere und aus dem Trentino. Die Anbaufläche variiert pro Sorte zwischen 40 und 1000 Hektaren.

Gegenbewegung durch Globalisierung

Bekannt sind heute 25’000 Traubensorten, in Produktion oder in Sammlungen, 13'000 gelten als Weintrauben, davon stehen 1500 in Produktion. 15 Sorten nehmen die Hälfte der Anbaufläche in Anspruch und sechs davon produzieren 30 Prozent aller Weine. Diese Globalisierung löst Gegenbewegungen aus. Eine Umfrage von WineMonitor Nomisma in Italien zeigt, dass in den nächsten Jahren Zuwachs vor allem für folgende Weintypen erwartet wird: Autochthones, Regionales und biologisch Produziertes. 

Des Forschers Pilgerreise durch Italien

Attilio Scienza und Reben, das ist eine lebenslange Liebesgeschichte. Eben veröffentlicht der 81-Jährige ein weiteres Buch zum Thema: An Italian Wine Pilgrimage. «Reben haben keine Füsse, sie reisen mit», sagt Attilio Scienza. «Italiens Wein hat sich entlang von Pilgerrouten entwickelt, etwa an der Via Francigena und an der Via Romea.» Scienza hat sich mit Stevie Kim, einer koreanisch-amerikanischen Autorin, auf die Reise begeben. Jede Pilgerreise beginnt mit einer Frage, und so geht es in lockerem Frage-und-Antwort-Spiel durch Italien. Die beiden nehmen die Leserschaft mit auf eine unendliche, faszinierende Weinreise.

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