Heute ist Malbec-Tag
Argentiniens wichtigster Wein erlebte Höhen und Tiefen

Malbec ist die meistangebaute Rebsorte in Argentinien. Oder: Nirgendwo auf der Welt steht mehr Malbec in den Rebbergen als im Land des Tangos, der Gauchos und der besten Asados der Welt. Das war nicht immer so.
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Am 17. April feiert Argentinien – und mit ihm die ganze Welt – den Malbec-Tag. Das hat historische Gründe.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Malbec hat sich als wichtigste Traube in Argentinien durchgesetzt
  • Die Sorte kam relativ spät ins Land und musste sich gegen die etablierten Criolla-Sorten behaupten
  • Nach einer schweren Krise erlebte Malbec einen beispiellosen Boom
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Der Start der wichtigsten Traube Argentiniens verlief harzig. Erst am 17. April 1853 wurde per Gesetzesbeschluss eine Versuchsstation für europäische Reben in Mendoza erlaubt. Die ersten Cabernet-, Pinot- und Malbec-Stöcke kamen von Santiago de Chile über die Anden.

Von all den europäischen Sorten setzte sich Malbec in Argentinien durch. Die Traube, die aus dem südwestfranzösischen Cahors stammt, kam mit dem trockenen Klima zurecht. Mit Schmelzwasser aus den Anden und gebohrten Brunnen wurden die Reben bewässert. Zuerst fasste Malbec in Mendoza Fuss, dann in San Juan, La Rioja, Salta und schliesslich in der Provinz Neuquén in Südargentinien.

Krise und Niedergang

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die meisten Rebparzellen in Mendoza von der «französischen Traube» besetzt. 1962 standen in Argentinien 58'600 Hektar Malbec, was 22 Prozent der Gesamtrebfläche entsprach. 

Auf die Erfolgsstory folgte der Niedergang: Weil Weinkonsum und Nachfrage in Argentinien stiegen, wuchs die argentinische Rebfläche zwischen 1962 und 1977 um 90'000 auf 350'680 Hektar.

Malbec wurde durch die hellroten, ertragreichen Criolla-Sorten ersetzt, die bereits seit dem 16. Jahrhundert in Argentinien angebaut wurden. Zwischen 1962 und 1995 wurden 83 Prozent der Malbec-Flächen gerodet. 9476 Hektar bleiben übrig.

Nachdem Argentinien seinen Binnenmarkt mit anspruchslosen und billigen Rotweinen geflutet hatte, lag die Weinwirtschaft am Boden. 40 Prozent der argentinischen Rebflächen wurden zwischen 1977 und 1990 gerodet. Reben sind keine Tomaten. Roden und wieder Anpflanzen braucht Zeit, und oft hinkt der Anbau den Bedürfnissen des Markts hinterher. 

Malbec als Motor einer neuen Ära

Anfang der 1990er-Jahre wurden in Argentinien wieder mehr qualitativ gute Rotweine nachgefragt. Die Weinwirtschaft setzte auf Malbec als Motor für die Qualitätsrevolution und konzentrierte sich auf Exportmärkte. Finanzkräftige Investoren aus dem In- und Ausland nutzten die Chance und engagierten sich im Weinbusiness. 

Heute stehen in Argentinien knapp 47'000 Hektar Malbec, und die Sorte belegt 23,9 Prozent der Rebfläche des Landes. Argentinien exportiert Malbec in 119 Länder. Hauptabnehmer sind die USA mit 28,2 Prozent des Exportvolumens, gefolgt von Brasilien (15,3 Prozent) und Grossbritannien (14,7 Prozent).

Mehr Eleganz, weniger Wucht

Auch wenn die argentinische Weinwirtschaft erneut im Krisenmodus ist, weil weniger getrunken wird: Malbec hat sich in den vergangenen 25 Jahren einen Ruf erarbeitet, der bleiben wird.

Die kräftigen, rotfruchtigen Weine sind eleganter geworden, in den Höhenlagen des Uco Valley in Mendoza werden Weine von Weltruf gekeltert. Produzenten achten auf die Besonderheiten ihrer Böden und verwenden ausgeklügelte Systeme zum Bestimmen des richtigen Erntezeitpunkts. Kurz: Malbec hat ein frischeres Image bekommen.

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