Herzerwärmendes aus Toro
Spaniens bulliger Rotwein

Typisch Spanien: eine Stadt, die sich Toro nennt. Sie liegt in der Region Kastilien und León, nördlich von Madrid, in zwei Stunden Fahrzeit erreichbar. Auf einem Plateau in 700 Höhenmetern thront sie über dem Fluss Duero. Bekannt ist Toro für seinen kräftigen Rotwein.
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Die Roten aus Toro zählen zu den kräftigsten spanischen Weinen.
Foto: zvg

Darum gehts

  • Aus Toro stammen besonders kräftige Rotweine
  • Die Sorte Tempranillo nennt man hier Tinta de Toro
  • Der Grossteil des Weins kommt jung auf den Markt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Stefan KellerRedaktor Wein

Anfang Jahr ist es hier bitterkalt, und das spürt man vor allem, wenn die Sonne noch nicht oder nicht mehr scheint; das milde Mittelmeerklima Spaniens liegt in weiter Ferne. Dies aber hindert eine Gruppe Toresanos nicht daran, auf dem Platz vor der Kirche ihrem Spiel zu frönen: dem Calva.

Von Calva und Marro

Es ist eine Art archaisches Boccia und geht zurück auf vorrömische Zeiten. Hirten benutzten Steine, um auf die Hörner der Stiere zu zielen. Später – im Spiel – ersetzten Eisenzylinder die Steine und Holz die Hörner. Heute versuchen die Spieler aus einer Distanz von 14,5 Metern mit ihrem Wurfgerät (marro) das im Sand platzierte Horn (calva) zu treffen.

Einer nach dem andern wirft in die eine Richtung, dann wird die Seite gewechselt, und so geht das hin und her, bis man genug davon hat und dann zu einem Glas wärmendem Roten in eine der Kneipen geht.

Toro – geschützte Herkunftsbezeichnung

Auf 5500 Hektar wird hier seit Jahrhunderten Rebbau betrieben, fast 900 Winzer und Winzerinnen sind daran beteiligt. Bodegas, also Kellereien, welche die Trauben auch selber verarbeiten, zählt die DO Toro allerdings nur 64.

DO? Das meint Denominación de Origen, also Herkunftsbezeichnung. Vor präzis 35 Jahre wurde sie für die Weine aus diesem Anbaugebiet eingeführt. Ein Reglement legt seither fest, was es braucht, damit ein Wein den Namen Toro tragen darf. Das sind geografische Einschränkungen, Vorschriften bezüglich Traubensorten oder Bestimmungen zur Kelterung und Reifung der Weine.

Tempranillo dominiert das Feld

Über 90 Prozent der gesamten Anbaufläche sind mit Tempranillo bestockt, sie ist die meistangebaute rote Rebsorte Spaniens. Die Toresanos nennen sie Tinta de Toro, sie wollen damit den besonderen Charakter ihrer Weine unterstreichen: Rote aus Tempranillo zeigt sich hier besonders vollmundig, reichhaltig und kräftig, der Sortenanteil muss mindestens 85 Prozent betragen.

Jung auf dem Markt

Der Grossteil der jährlich rund 15 Millionen abgefüllten Flaschen Toro entfallen auf die Kategorien Joven und Roble, also nur kurz im Tank oder Fass gereifte Weine, der Rest entfällt auf Crianza und Reserva. In ausgezeichneten Jahren kommen auch Gran Reserva auf den Markt.


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