Her mit dem Kir!
Das steckt hinter dem berühmten französischen Aperitif

Kir ist als Aperitif besonders im Frühling ein prickelndes Vergnügen. Seine Bekanntheit hat auch mit einer Kult-Serie aus den 1980ern zu tun.
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Kein anderer Aperitif vermittelt mehr französisches Savoir-vivre als ein Kir.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kir Royal war der Aperol Spritz der 1980er-Jahre
  • Der Aperitif stammt aus dem Burgund und hiess früher anders
  • Nur mit Schaumwein zubereitet erlangt ein Kir das Attribut «royal»
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Weil Mario Adorf gestorben ist, wurde neulich eine Episode der legendären 80er-Jahre-Serie «Kir Royal» ausgestrahlt. Die mit Kleberfabrikant Heinrich Haffenloher, der im schönsten rheinländischen Dialekt zu Klatschreporter Baby Schimmerlos sagt: «Ich scheiss dich so was von zu mit meinem Geld.»

Herrlich, die Lebenslust, die Persiflage auf die Schickeria, die Mode und die Frisuren! Und in jeder Episode ploppten die Schaumweinkorken. Jedenfalls machte die Serie den klassischen französischen Aperitif bekannt. Kir Royal war der Aperol Spritz der 1980er.

Schickeria für zu Hause

Daheim mixte man sich die prickelnde Erfrischung mit einem Piccolo – das sind die 0,2-Liter-Sektfläschchen mit Schraubverschluss. Vormittags, nachmittags oder abends, egal wann. Und kein Mensch zog am aromatisierten Mineralwasser nippend die Augenbrauen hoch und vergällte einem mit WHO-Empfehlungen diesen kleinen Genuss.

In den Gaststätten wurden die Herren zwar immer noch gefragt: «Darfs vorneweg ein Pils sein?» Doch die Wirte entdeckten Frauen als Zielgruppe, priesen Kir Royal als Aperitif an und verdienten nicht schlecht dabei.

Blanc-Cassis mit Aligoté

Das Burgund ist bekannt für Pinot noir und Chardonnay. Doch als milder Weisser für alle Tage standen Weine aus der Rebsorte Aligoté höher im Kurs. Und die wurden gerne mit Cassislikör gemischt. Cassis, also Schwarze Johannisbeeren, wachsen an der Côte d'Or ebenso wie Pinot und Chardonnay.

Mitte des 20. Jahrhunderts war der Blanc-Cassis ein ausgesprochen regionales Getränk. Über die Region und die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt wurde er erst durch Félix Kir aus Dijon.

Aussöhnung und Diplomatie mit Kir

Kir war Priester, Résistance-Kämpfer, Mitglied der französischen Nationalversammlung und späterer Bürgermeister von Dijon. Und er liebte seinen Blanc-Cassis. Weil Félix Kir so beliebt war, wurde der Aperitif ihm zu Ehren «Kir» genannt.

1958 gründete Kir mit dem damaligen Mainzer Bürgermeister Franz Stein eine der ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaften.

Neun Teile Weisswein, ein Teil Crème de Cassis

Klassisch wird Kir im Verhältnis neun zu eins gemixt. Aber wer hantiert daheim schon mit dem Barmass? Pi mal Daumen tut es auch. Mit Schaumwein wird Kir zum Kir Royal. Puristen nehmen dafür Champagner.

Doch Crémant aus dem Burgund oder Schaumwein aus Schweizer Produktion schmälert den royalen Charakter keineswegs. Félix Kir hätte bestimmt nichts dagegen gehabt.

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