Darum gehts
- Die Weinimporte sind seit vier Jahren rückläufig
- Betroffen davon ist in erster Linie Rotwein
- Die Konsumzahlen 2025 werden erst im April veröffentlicht
Die jeweils im Januar veröffentlichten Importzahlen von Weiss- und Rotwein sind ein Temperaturmesser des Schweizer Weinhandels. Sie betreffen innerhalb des Kontingents von 170 Millionen Liter einführte Produkte, diese profitierten von günstigeren Zollansätzen als die geringen Mengen, die ausserhalb des Kontingents in die Schweiz gelangen.
Kontingent wird nicht ausgenutzt
In der vom Bundesamt für Landwirtschaft publizierten Liste sind über 2000 Weinimporteure namentlich aufgeführt, sie gilt bis dato als provisorisch. Auch 2025 wurde das Kontingent bei weitem nicht ausgenützt, total kamen 127 Millionen Liter über die Grenze. Dies sind 6,2 Millionen Liter weniger als im Vorjahr und entsprechen einem Minus von fünf Prozent.
Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen drei Jahre fort. Vor Ausbruch von Covid-19 betrugen die Einfuhren 150 Millionen Liter, während der Epidemie nahmen sie auf 158 Millionen Liter zu. Seither sind sie im Sinkflug.
Dem Rotwein geht's an den Kragen
Der Rückgang betrifft erneut vor allem Rotwein, er beträgt 5,7 Millionen Liter beziehungsweise minus sechs Prozent. Gemessen am Zehnjahresdurchschnitt ist die Importmenge 2025 achtzehn Prozent geringer. Heute entfallen noch 71 Prozent auf diese Kategorie, vor zehn Jahren waren es 78 Prozent. Beim Weisswein liegen die Einbussen bei einem Prozent. Die Menge liegt aber – im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt – um ein Prozent höher.
Noch keine Aussagen zum Weinkonsum möglich
Schaumweine sind nicht berücksichtigt, für diese Weinkategorie besteht kein Kontingent. Sie machen rund 10 Prozent des gesamten Weinkonsums aus. Die zehn grössten Importeure führen rund zwei Drittel aller Weine ein. Darunter sind die Detailhändler, deren Anteil bei 50 Prozent der Weinexporte liegt. Wie sich der Weinkonsum 2025 entwickelt hat, darüber wird das Bundesamt für Landwirtschaft im April informieren.