Galicien
Weinbau in Canyons und Fjorden

Spektakulären Landschaften und der kühle Einfluss des Atlantiks schaffen die Voraussetzungen für knackige Weissweine und frische Rote.
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Die Ribeira Sacra gehört zu den weniger bekannten Weinlandschaften Spaniens. Die Rebterrassen erstrecken sich bis auf 600 Meter über den Flüssen Sil und Miño.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Weine aus dem spanischen Nordwesten sind weniger bekannt als jene aus Rioja und Ribera del Duero
  • Die spektakulären Weinlandschaften verlangen den Winzern einiges ab
  • Meeresfrüchte und die traditionellen Empanadas der Region passen perfekt zu den frischen Weiss- und Rotweinen
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

In Spanien ist es nicht nur heiss und trocken. Und die Weine sind nicht nur schwer und üppig. In Galizien überraschen spektakuläre Landschaften mit saftigem Grün und kühlen Weinen aus Traubensorten, die wenig bekannt sind.

Zwischen den Flüssen Sil und Miño nahe der portugiesischen Grenze waren im Mittelalter Mönche am Werk. Die asketisch und zurückgezogen lebenden Glaubensbrüder investierten viel Zeit und Schweiss, um den extrem steilen Hängen über den engen Flusstälern Fläche für Reben und andere landwirtschaftliche Produkte abzuringen. 

Ribeira Sacra

Weil das Land mit dichten Eichenwäldern bewachsen war, hiess die Gegend im Volksmund robleda sacrada, heiliger Eichenwald. Daraus wurde Ribeira Sacra. «Socalcos» sind die von den Mönchen angelegten Steinterrassen, von denen es 2500 Hektar in der DO Ribeira Sacra gibt.

Aktuell stehen auf den Socalcos 1252 Hektar Reben, die von 1878 Winzern gepflegt werden. 93 Bodegas keltern in der Region insgesamt drei Millionen Liter Wein jährlich. 

Mencía und Godello

In Galicien wird überwiegend Weisswein angebaut. Nicht so in der Ribeira Sacra. Knapp 77 Prozent der Produktion ist Rotwein, dominiert von der Rebsorte Mencía. Allerdings verloren die Rotweine in den vergangenen zehn Jahren an Einfluss zugunsten der nach Zitronen und Kräutern duftenden Weissweine der Sorte Godello.

Hangneigungen von bis zu 64 Grad machen die Traubenlese zu einem Abenteuer. In Ufernähe werden die Trauben mit Booten zu den Bodegas gebracht, teils sind die Flusstäler 600 Meter tief. Historische Fotos zeigen, wie Esel die Trauben über die steilen, schmalen Pfade transportierten.

Reben an Pergolen

Am Atlantik sind die Rías Baixas für hitzegeplagte Städter die idealen Coolcation-Destinationen. Die tief ins Land reichenden Meeresbuchten erinnern an norwegische Fjorde, jedoch mit einer südlicheren Atmosphäre und Stränden zum Baden. 

Weil die Luft um einiges feuchter ist als in den Canyons der Ribeira Sacra, werden die Reben oft an stabilen, mit Granitpfählen abgestützten Pergolen gezogen. Das verbessert die Luftzirkulation, die Trauben trocknen schneller nach Regen und sind so weniger anfällig für Pilzkrankheiten. Früher wurde die Fläche unter dem Rebendach für den Anbau von Gemüse und Getreide genutzt.

Frischer Albariño

In der DO Rías Baixas ist Albariño die wichtigste Sorte. Die Weissweine mit der frischen Säure und der feinen Note von grünen Äpfeln erinnern ein wenig an Riesling. Wird Albariño mit den Sorten Loureira Blanca, Treixadura abgefüllt, kommt der Duft von reifen Nektarinen und Mirabellen dazu.

In jedem Fall passen dazu Meeresfrüchte. Die kommen entweder frisch auf den Teller oder werden in den Fischereihäfen zu Edelkonserven verarbeitet.

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