Frostnächte in der Champagne
38 Prozent der Rebknospen sind futsch!

Superwarme Tage im März und ein paar eisige Nächte im April schädigten die Reben in der Champagne. Auch in anderen Regionen Frankreichs brachte der Spätfrost die Winzer um den Schlaf. Und die Abstände zwischen katastrophalen Frostjahren werden immer kleiner.
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Frost in den frühen Morgenstunden hat für Reben verheerende Auswirkungen (Symbolbild).
Foto: Getty Images/500px

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Rebstöcke treiben immer früher aus
  • Wird es nachts und den frühen Morgenstunden frostig, erfrieren die zarten Triebe
  • Dieses Jahr traf es die französische Region Champagne besonders hart
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Droht Spätfrost, dann schläft kein Winzer ruhig. Der Blick aufs Thermometer erfolgt stündlich, und wenn um 22 Uhr schon die Nullgradgrenze erreicht ist, dann kündigt sich auf die frühen Morgenstunden eine veritable Katastrophe an.

Dieses Jahr ist es in Frankreich wieder schlimm. Jura, Elsass, Chablis und Champagne sind die am härtesten betroffenen Regionen. Selbst im Departement Var in der Provence wurden Schäden gemeldet.

Früher Austrieb als Risiko

Bereits vergleichen offizielle Stellen den diesjährigen Kältefrühling mit dem schlimmen Frostjahr 2021. Der Grund für die Katastrophe ist jedes Mal derselbe: Die Reben treiben immer früher aus. Dieses Jahr sorgte die Märzwärme für einen Vegetationsvorsprung von 15 bis 20 Tagen.

Möglich machen das warme Tage im März, wenn der Frühling noch in den Startlöchern steht, aber über einen längeren Zeitraum mit Temperaturen im zweistelligen Bereich die Muskeln spielen lässt.

Dann wagen sich die Rebknopsen aus der Wolle und entfalten ihre ersten zarten Blätter. Wird es nachts eisig, verbrennt der Frost das empfindliche Grün.

Champagne besonders stark betroffen

In der Champagne sind nach ersten Schätzungen während der Frostnächte in der zweiten Aprilwoche 38 Prozent der Knospen erfroren. Zum Vergleich: Im Frostjahr 2003 verloren die Winzer 45 Prozent der Ernte.

Die Champagner-Produzenten sind sich der Gefahr bewusst und betreiben Vorratswirtschaft. Ein Teil jeder Ernte – derzeit liegt die Höchstgrenze bei 7200 Kilogramm pro Hektar – darf als Reservewein in den Fässern liegenbleiben. Die Reserveweine können für die Champagnerproduktion mit anderen Jahrgängen gemischt werden. So werden Engpässe vermieden.

Vielleicht helfen die Ersatzknospen

Schädigt Spätfrost die Reben, aktivieren die Pflanzen ihre Ersatzknospen, um überleben zu können. Die Rebe treibt ein zweites Mal aus. Verrückt: Dieses Jahr läge der zweite Austrieb sogar in der «normalen» Zeit.

Doch die Frostgefahr ist auch dann noch gross, denn Mitte Mai könnten die Eisheiligen zuschlagen.

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