Exklusiver gehts nicht
Castello di Grumello – ein Schloss mit eigener Rebsorte

Im Herzen von Valcalepio, am Fuss der Bergamasker Alpen, ist eine önologische Wiedergeburt zu entdecken. Merera, einst eine lokal verbreitete Rebsorte, erlebt heute eine unerwartete Renaissance – und das aus denselben Gründen, die einst zu ihrer Aufgabe geführt hatten.
Kommentieren
1/7
Michela Seita von Castello di Grumello präsentiert die Exklusivität Medera aus der Merera-Traube.
Foto: Stefan Keller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die bis vor kurzem verpönte Sorte Merera erlebt eine Renaissance
  • In Valcalepio, unweit der Stadt Bergamo, setzt man auf einen Neustart
  • Das Weingut Castello di Grumello ist treibende Kraft
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Stefan_Keller_Redaktor Wein_rms_3-Bearbeitet.jpg
Stefan KellerRedaktor Wein

Zu sauer, zu wenig zuckerhaltig und folglich zu alkoholarm: Mit diesen Attributen wurde die Sorte Merera beiseitegeschoben. Heute, im Zeitalter des Klimawandels und des wachsenden Interesses an frischen, leichten Weinen, sind genau diese Eigenschaften zu ihrer grössten Stärke geworden. Eine Ironie der Geschichte.

Castello di Grumello, ein historisches Weingut im Besitz der Unternehmer Angelo und Daniel Gotti und unter der Leitung von Stefano Lorenzi, hat in diesem Prozess eine Pionierrolle übernommen.

Premiere mit Jahrgang 2014

Carlo Zadra, Vater des heutigen Önologen Paolo, hatte die Rebsorte durch den Anbau auf einem Versuchsfeld vor dem Aussterben bewahrt. Im Jahr 2011 wurde Merera auf Merlot-Reben veredelt, und ab Jahrgang 2014 gelangte der Wein in den Handel. 3000 Flaschen werden aktuell abgefüllt, der jüngste Jahrgang ist 2024. Der Name: Medera, so wie die Sorte im lokalen Dialekt bezeichnet wurde. 


Kellermeister Paolo Zadra beschreibt Merera als «ziemlich wilde, ungepflegte Rebsorte», wie es bei alten Sorten häufig der Fall ist. In ihrer Beerengrösse gleicht die Traube Barbera, anderes erinnert an Tessiner Bondola, aber auch an Cabernet Franc oder Moscato di Scanzo. 

Was Merera heute besonders wertvoll macht, ist ihre aussergewöhnliche Widerstandskraft gegenüber klimatischen Widrigkeiten – eine Eigenschaft, die im Kontext der globalen Erwärmung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Lust auf mehr

Die erste Anlage mit Merera befindet sich in einem Brolo, einer Art Clos innerhalb der Schlossanlage. Im Frühjahr 2024 wurden zusätzliche Reben gesetzt, sodass sich ab Jahrgang 2027 die Produktion mehr als verdoppeln wird.

Der mit IGT Bergamasca bezeichnete Rote zeigt im Glas Noten von Johannisbeere und Brombeere, begleitet von Gewürzen wie weissem Pfeffer. Am Gaumen dominieren eine lebendige, vibrierende Säure und markantes Tannin. Erinnerungen an Dolcetto aus dem Piemont und – aromatisch – an Vernatsch aus Südtirol werden wach. Es ist kein Wein für jene, die Samtigkeit suchen, als Essensbegleiter zu Italiens Pastaküche macht der Rote aus Bergamo aber bella figura.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen