Darum gehts
- Eine toskanische Fattoria produziert Wein, Olivenöl und allerlei Lebensmittel
- Die ersten solchen Betriebe wurden vor 600 Jahren von wohlhabenden Familien aus Florenz gegründet
- Heute bietet eine Fattoria oft auch Gastronomie und Unterkunft an
Wohlhabende Florentiner Familien, die Medici, Antinori, Ricasoli und Frescobaldi, begannen ab dem 15. Jahrhundert, ihr Handelsvermögen in Landbesitz anzulegen.
Sie liessen Villen und Gutsanlagen auf dem Land errichten, die gleichzeitig als Sommersitz und als landwirtschaftlicher Betrieb dienten.
Fattoria im Wandel der Zeit
Ursprünglich war eine Fattoria ein grosses landwirtschaftliches Gut mit eigener Verwaltung, einem Fattore. Sie umfasste mehrere Bauernhöfe, sogenannte Poderi.
Viele der Fattorie wurden in den letzten Jahrzehnten zu Agriturismo-Angeboten umgebaut – sie bieten also auch Übernachtungsmöglichkeiten, oft kombiniert mit Wein- und Olivenölverkostungen und regionaler Küche, während der landwirtschaftliche Betrieb weiterläuft.
Der neue Adel
Dieses Modell gefiel auch der Familie Nocentini. Sie ist seit 125 Jahren im Transportgeschäft tätig. Für ihre Firma Savino Del Bene arbeiten 6400 Personen in 60 Ländern.
Seit 1993 produzieren die Nocentinis – nach biologischen Richtlinien – auf der Fattoria San Michele a Torri unweit von Florenz Chianti, Olivenöl und Salami, nicht irgendwelche, selbstverständlich, sondern Salumi di Cinta Senese DOP. Das Fleisch dazu stammt von 450 Cinta-Senese-Schweinen.
Alles vom Hof
Und das ist längst nicht alles: Aus eigenem Getreide wird Brot gebacken, das Gemüse kommt für die Gäste auf den Tisch, und im Hofladen können weitere Produkte wie Honig und Konfitüren gekauft werden. So lohnt sich eine Landpartie für Florenz-Reisende in vielerlei Hinsicht.