Darum gehts
- Petite Arvine fasziniert die Weinwelt
- In Fully hat die Sorte ein eigenes Haus erhalten
- Zwei französische Winzerinnen sorgen für frischen Wind
Petite Arvine hat in Fully VS eine grosse Bühne erhalten – die Maison de la Petite Arvine, eröffnet 2025. Damit positioniert sich Fully als Kapitale einer Traubensorte, die praktisch ausschliesslich im Wallis angebaut wird. Ihre besonderen Qualitäten haben sich herumgesprochen, und so sind auch zwei französische Winzerinnen am Werk.
Die Rhone hochgewandert
Mathilde Roux verbrachte die ersten elf Lebensjahre in Gigondas, Côtes du Rhône, die Familie führte hier einen Weinbaubetrieb. Nach ihren Studien, unter anderem an der ETH Lausanne und in Montpellier (F), arbeitete Mathilde Roux in verschiedenen Weinbaubetrieben mit.
Vor zehn Jahren bot sich die Gelegenheit, ein angesehenes Weingut in Fully zu übernehmen, die heutige Cave de l’Orlaya. Mittlerweile keltert Mathilde Roux aus ihren neun Hektaren über 20 Weine, selbstverständlich auch Petite Arvine, und zwar als Schaum-, Still- und Süsswein. «Von Petite Arvine habe ich das grösste Volumen, sie ist vielleicht auch diejenige Sorte mit dem grössten Potenzial in Fully», sagt Mathilde Roux.
Auf den Geschmack gekommen
Seit vergangenem Jahr hat sie eine ihr nicht unbekannte Nachbarin: Caroline Frey. Ihre Wege kreuzten sich erstmals 2010 in Tain-l’Hermitage (F), auf dem Betrieb von Paul Jaboulet Aîné, wo beide arbeiteten.
Paul Jaboulet Aîné gehört der Familie Frey an, französisch-schweizerischen Doppelbürgern, sie sind auch Besitzer von Château La Lagune (Bordeaux), Château Corton C. (Burgund) und Domaine de la Chapelle (Rhone).
Das Wallis ist Caroline Frey bekannt, durch ihre Ferienwohnung in den Bergen, und früh schon hatte sie die Sorte Petite Arvine in ihren Bann gezogen, durch einen Wein von Marie-Thérèse Chappaz, auch sie ist heute ihre Nachbarin. Sie fand ihn «incroyable», unglaublich.
Unwiderstehliches Angebot
Als sich die Gelegenheit ergab, einen kleinen, verwaisten Rebberg in Fully zu erwerben, konnte sie nicht widerstehen und machte so ihre ersten Erfahrungen – und die schmeckten nach mehr.
Den Appetit konnte sie befriedigen. Benoît Dorsaz, einer der profiliertesten Walliser Winzer, bot ihr – mangels familiärer Nachfolge – 2024 seinen Betrieb an. Unwiderstehlich. Mit Jahrgang 2025 hat Caroline Frey nun ihren ersten eigenen Jahrgang produziert. Une affaire à suivre.