Brennsprit, Luft und Zeitung
So feuerst du einen Grill besser nicht an

Das Wetter zeigt sich endlich von der guten Seite – die Grillsaison kann kommen. Wir erklären 5 Fehler, die man beim Anfeuern nicht machen sollte – und passende Alternativen.
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Eine gute Glut ist für den Geschmack von Grillgut essenziell.
Foto: Getty Images/EyeEm

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die perfekte Grillgluse muss gelernt sein
  • Auf Zeitungspapier sollte man verzichten
  • Billige Kohle kommt meist in Form von weniger grossen und weniger harten Kohlestücken daher
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Valentin RubinRedaktor Service

Fehler 1: Mit Zeitungspapier anfeuern

Zeitungspapier – zusammengeknüllt, zwischen die Kohle gestopft und angezündet – mag einem als naheliegende Methode erscheinen, einen Holzkohlegrill anzufeuern. Grillprofis raten allerdings stark davon ab. Zeitung verbrennt viel zu schnell. Und wenn es windet, wird die brennende oder verbrannte Zeitung oft weggeblasen. Das kann zu Brand- oder Russflecken auf Kleidung oder Gartenmöbeln führen. Besser geeignet sind Holzwolle oder ökologische Anzündwürfel, die nicht aus weissem Paraffin sind. Beide sind in den meisten Super- oder Baumärkten für wenige Franken erhältlich.

Fehler 2: Flüssigbrennmittel verwenden

Auch wenn es länger dauert, bis sich die Glut entwickelt, sollte man auf keinen Fall Flüssigbrennmittel wie Brennsprit oder Brennpaste als Hilfsmittel verwenden. Denn diese Brandbeschleuniger können zu schweren Verbrennungen führen. Insbesondere Brennsprit wird oft unterschätzt. Die Flüssigkeit verdunstet schon bei Raumtemperatur und die dabei entstehenden Dämpfe sind brennbar. Gleiches gilt für die Flüssigkeit selbst: Wird sie entzündet, bilden sich grosse Stichflammen. Neben dem Sicherheitsrisiko haben Flüssigbrennmittel einen weiteren Nachteil: Beim Verbrennen entsteht ein oft beissender Geruch, der sich unter Umständen auf den Geschmack des Grillguts auswirken kann. Auch hier gilt: Holzwolle oder ökologische Anzündwürfel verwenden.

Wird Flüssigbrennmittel direkt in die Glut oder in das Feuer gegossen, kommt es zu einem sogenannten Flammenrückschlag: Die Flamme wandert entlang des Strahls zurück bis zur Flasche, die explodieren kann.
Foto: imago images/Gottfried Czepluch

Fehler 3: Briketts statt Kohle verwenden

Briketts bestehen aus gemahlener Kohle, die gepresst wird. Sie haben eine regelmässigere Struktur, brennen gleichmässiger und speichern Hitze länger als herkömmliche Holzkohle. Aber es dauert oft lange, bis aus Briketts eine richtig gute Glut entsteht. Für Grillstücke wie Steaks, Würste oder Gemüse, die in der Regel nicht länger als 15 Minuten grilliert werden, eignet sich daher Holzkohle besser, mit ihr hat man bereits nach etwa 20 Minuten eine schöne Glut. Für Grillstücke wie Pulled Pork oder einen Braten, die länger grilliert werden müssen, eignen sich Briketts. Wichtig ist bei Kohle wie Briketts, dass das Grillgut erst auf den Rost gelegt wird, wenn die Glut orange-weisslich ist. Ist ein weisser Rand an den Kohle- oder Brikettstücken erkennbar, sind sie genug heiss und der Grill ist bereit.

Ist die Kohle aussen weiss und innen orange, ist sie genügend heiss.
Foto: Blick

Fehler 4: Minderwertige Kohle verwenden

Billige Kohle kommt meist in Form von weniger grossen und weniger harten Kohlestücken daher. Diese brennen weniger gut und vor allem weniger lang als grössere Stücke. Wurde der Kohlesack während des Transports herumgeworfen oder durchgeschüttelt, werde die Kohle staubig und bröckelig. Auch das hat einen negativen Einfluss auf die Qualität. Gleiches gelte für Kohle, die während der Lagerung feucht wurde – etwa in einem Papiersack in der Garage. Dieser Kohle brennt viel schlechter, und der Grill wird deshalb weniger heiss. Daher lohnt es sich, hochwertigere Kohle zu kaufen. Sie besteht aus grossen Stücken und schimmert bläulich. Minderwertige Kohle ist oft mattschwarz.

Fehler 5: Zu viel Luft zuführen

Verwendet man fürs Anfeuern des Holzkohlegrills einen Anzündkamin, ist die Luftzufuhr gewährleistet. Die darin aufgeschichtete Kohle wird unten angezündet, sodass die Flammen und die warme Luft nach oben steigen. Dadurch entwickelt sich im Kamin ein Sog, der das Feuer und die Glutbildung vorantreibt. Weitere Zufuhr von Luft mithilfe eines Blasebalgs oder eines Grill-Föhns ist nicht nötig. Das führt nur dazu, dass Russ aufgewirbelt wird, der sich auf Grillrost und Grilldeckel ablagern kann. Damit steigt das Risiko, dass auch das Grillgut russig wird.

Mit einem Anzündkamin lassen sich Kohle oder Briketts unkompliziert anzünden. Ist die Kohle genügend durchgeglüht, kippt man sie in die Grillschale.
Foto: Shutterstock
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