Darum gehts
- Tim Cook hört als Apple-CEO auf, bleibt aber Verwaltungsratspräsident
- Hardware-Chef John Ternus führt den Konzern ab dem 1. September
- Mit Cook gehen weitere Manager, darunter App-Store-Chef Phil Schiller
«Heute ist mein letzter Tag als CEO von Apple.» Diese Worte schrieb Tim Cook (65) am Montag an die Apple-Belegschaft. Ab heute, Dienstag, führt Ex-Hardware-Chef John Ternus (51) den iPhone-Konzern.
Cook übernahm die Rolle als CEO 2011 vom todkranken Apple-Mitgründer Steve Jobs. Unter ihm wurde die Firma zu einem der wertvollsten Konzerne der Welt und das iPhone im Hosensack zum Begleiter von über einer Milliarde Menschen. Ganz geht Cook nicht: Er kümmert sich künftig um die Beziehungen von Apple zu US-Präsident Donald Trump und zur Regierung in Peking.
«Brillant und wunderbar»
In seiner Abschiedsbotschaft schwärmt Cook vom Nachfolger. Er übergebe das Steuer an jemanden, der «brillant, wunderbar und fähig» sei. Und: «Nur wenige verstehen so wie John, was es braucht, um Produkte zu bauen, die die Welt verändern.» Cook zitiert auch Steve Jobs: Gemeinsam habe man eine «Delle im Universum» hinterlassen. Auch auf Elon Musks Plattform x.com verabschiedete sich Cook von seinen Fans: Sein Titel ändere sich zwar jetzt, seine Liebe zur Apple-Community aber nie, schreibt er.
Apples alte Garde geht
Mit Cook verabschiedet sich eine ganze Führungsgeneration. Phil Schiller, der 1987 erstmals zu Apple stiess und mit einem Unterbruch seit fast vier Jahrzehnten dabei ist, gibt den App Store ab. Das für Apple lukrative Geschäft wandert zu Dienstechef Eddy Cue. Schiller bleibt zwar als «Apple Fellow», Insider werten das laut «Bloomberg» aber als Schritt Richtung Ruhestand.
Zuvor ging bereits Operativchef Jeff Williams; Chefjuristin Kate Adams hat ihren Rücktritt für dieses Jahr angekündigt. Apple-Pay-Chefin Jennifer Bailey tritt im Oktober ab. Der Verantwortliche für die Vision-Pro-Brille wechselte im Juni zur Konkurrenz von OpenAI, sein Team schrumpfte seither um rund 100 Stellen.
Versessen auf Details
John Ternus, der neue Mann an der Spitze, ist Ingenieur durch und durch. Ternus arbeitet seit 2001 bei Apple. Er verantwortete die Umstellung der Macs auf eigene M-Prozessoren, das ultradünne iPhone Air und das günstige Macbook Neo. Kollegen beschreiben ihn als besessen von Details und als Chef, der bei Fehlern Systemprobleme sucht statt Sündenböcke. Seine grösste Baustelle wartet schon: Bei der künstlichen Intelligenz hinkt Apple mit Siri hinterher. Updates verschob der Konzern mehrfach. Nun soll Siri AI im Herbst veröffentlicht werden.