Darum gehts
- John Ternus wird am 1. September neuer Apple-CEO
- Der Ingenieur arbeitet seit 2001 für den iPhone-Konzern
- Sein grösstes Problem: Apple hinkt bei der KI hinterher
Er steckt in fast allem
Airpods, Watch, iPhone Air, Macbook Neo: John Ternus (50) verantwortet die Hardware hinter Apples wichtigsten Produkten der letzten Dekade. Er führte 2020 die Umstellung der Macs von Intel auf Apples eigene Prozessoren durch, die den Absatz beflügelte. Die ersten 5G-iPhones entstanden unter ihm. Das ultradünne iPhone Air war sein persönliches Projekt. Das 579 Franken teure Macbook Neo stellte er im März 2026 in New York höchstpersönlich vor.
So kam er zu Apple
Als Student baute er eine Vorrichtung, mit der Querschnittsgelähmte per Kopfbewegung einen Roboterarm steuern konnten um, zu essen. Nach dem Abschluss entwickelte er vier Jahre lang Virtual-Reality-Brillen bei einem Start-up, bevor er 2001 zu Apple stiess.
Online-Auftritt: Minimalismus
Sein Linkedin-Profil ist ziemlich spartanisch. Ein Konto bei X hat der Maschinenbauingenieur nicht.
Er ist verliebt in Details
Bei seinem ersten Apple-Produkt, dem Cinema-Display, zankte er sich mit einem Zulieferer über die Anzahl Rillen in den Schraubenköpfen. Die Schrauben hatten 35, statt 25 Rillen, so techcrunch.com. Niemand würde sie je sehen. Ihm war es trotzdem wichtig.
Spitzname «Crash»
In einer Rede für Absolventen der University of Pennsylvania im Jahr 2024 gestand Ternus, er habe als Student fast die erste CNC-Fräsmaschine der Uni zerstört. «Ich werde hier nicht die ganze Geschichte erzählen, aber sagen wir einfach, es war dramatisch», sagte er. Den Rest des Jahres sei er von seinen Mitstudenten deshalb nur «Crash» gerufen worden.
Er fährt Rallye
John Ternus ist laut mehreren Medienberichten Hobby-Rennfahrer und nimmt Kollegen gerne mal für Offroad-Rallyes in den US-Bundesstaat Washington mit. Und er ist auch Velofan.
Apple-CEO Tim Cook hört nicht einfach auf. Er bleibt dem Konzern als Verwaltungsratspräsident erhalten – und zudem als Chefdiplomat gegenüber Donald Trump. Ternus übernimmt das operative Apple-Ruder am 1. September 2026. Cook selbst nennt ihn in seinem Abschiedsbrief «einen brillanten Ingenieur, der besessen ist von jedem Detail».
Apple-CEO Tim Cook hört nicht einfach auf. Er bleibt dem Konzern als Verwaltungsratspräsident erhalten – und zudem als Chefdiplomat gegenüber Donald Trump. Ternus übernimmt das operative Apple-Ruder am 1. September 2026. Cook selbst nennt ihn in seinem Abschiedsbrief «einen brillanten Ingenieur, der besessen ist von jedem Detail».
Er war Schwimmchampion
An der Uni Pennsylvania gewann er unter anderem im 50-Meter-Freistil und 200-Meter-Einzellagen. Er gehörte offiziell zum Spitzenteam der Uni und ist in der Ehrenliste des Schwimmteams geführt, schreibt «Fortune».
Ternus, der Achte
John Ternus ist der achte CEO von Apple. Vor ihm kamen: Tim Cook (2011–2026), Steve Jobs (1997–2011), Gil Amelio (1996–1997), Michael Spindler (1993–1996), John Sculley (1983–1993), Mike Markkula (1981–1983), Michael Scott (1977–1981).
Er ist pro Pro-Prinzip
Apple wollte vor Jahren einen Minilaser ins iPhone einbauen – für bessere Fotos und AR-Funktionen. Das Problem: Das Bauteil kostete Apple 40 Dollar pro Gerät. Ternus schlug vor, den Laser nur ins Pro-Modell einzubauen. Begründung: Treue Apple-Fans seien begeistert von neuer Technologie. Normalkäufer nicht.
Ternus, der «Nice Guy»
«Bloomberg», «New York Times» und «Fortune» sind sich einig, dass er ein «Nice Guy» ist, also ein netter Kerl. Kollegen sagen über ihn: Bei Fehlern sucht Ternus Systemprobleme – nicht Sündenböcke.
Das ging ins Auge
Er hat zwei teure Flops zu verantworten: Die Touch Bar bei den Macbooks? Sein Projekt. Das später klammheimlich begraben wurde. Die Butterfly-Tastatur? Auch. Letztere führte zu Sammelklagen und einem Vergleich über 50 Millionen Dollar, die Apple bezahlte.
KI ist sein Problem
Apple hinkt bei künstlicher Intelligenz (KI) der Konkurrenz hinterher. Siri-Updates wurden mehrfach verschoben. Ausgerechnet Google liefert nun die Technologie dafür. Wo Apple gut aufgestellt ist: bei lokalen KI-Modellen, die schnell auf den leistungsfähigen Macs laufen.
Er wollte kein Büro
Als sein erster Apple-Chef Steve Siefert 2011 in Pension ging, wurde Ternus dessen Büro angeboten. Er lehnte ab und sitzt lieber im grossen Office, zusammen mit seinem Team, erklärt die «New York Times».
Tüftelt an Robotern
John Ternus leitet ein geheimes Apple-Projekt: ein Tischgerät mit Bildschirm, das sich beim Facetime-Gespräch automatisch der sprechenden Person zuwendet. Geplante Markteinführung laut «Bloomberg» ist: 2027. Der erste konkrete Hinweis, wohin Apple unter ihm geht.
So alt wie Cook
Tim Cook war 50, als er im Jahr 2011 den Posten von Apple-Mitgründer Steve Jobs übernahm. Ternus ist heute 50. Geburtstag hat er im Mai, an welchem Tag ist nicht offiziell bekannt.