Jetzt reichen sie Klage ein
Fake-App bei Apple kostet drei Männer 1,4 Millionen Franken

Drei Personen luden im App Store ein vermeintlich echtes Bitcoin-Wallet herunter. Daraufhin verloren sie ihr Erspartes. Jetzt verklagen sie Apple vor einem US-Gericht.
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Apple prüft jede App, bevor sie in den Store kommt. Ein gefälschtes Bitcoin-Wallet rutschte trotzdem durch.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gefälschte Bitcoin-App im App Store kostet drei Nutzer 1,8 Millionen Dollar (rund 1,4 Millionen Franken)
  • Nutzer reichen Klage ein, werfen Apple vor, trotz früher Warnungen nicht reagiert zu haben
  • Apple entfernte die Fake-Apps und verweist auf seine Prüfverfahren
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Für James Ramirez war der 25. Juli 2025 ein schlechter Tag. An dem Datum lud er die App Sparrow Wallet aus dem offiziellen App Store von Apple herunter. Sie sieht aus wie das Original des bekannten Bitcoin-Wallets. Die App verlangt die sogenannte Seed Phrase – den geheimen Schlüssel zu Ramirez' Bitcoins. Ramirez tippt am iPhone den Schlüssel ein. Kurz darauf sind 7,4 Bitcoins weg, umgerechnet rund 875'000 Dollar.

Ramirez meldet die App noch am selben Tag an Apple. Eine Antwort erhält er laut der Klageschrift nicht. Eine Woche später tappt Christopher Ellis in dieselbe Falle und verliert rund 840'000 Dollar. Jalen Delgado hatte es bereits im Mai erwischt: Für ihn resultierte der Download in einem Minus von 120'000 Dollar. Insgesamt beläuft sich der finanzielle Schaden auf 1,8 Millionen Dollar – rund 1,4 Millionen Franken. Die drei Männer haben jetzt gegen Apple Klage eingereicht, wie US-Medien berichten. Die Klage liegt seit dem 24. Juli bei einem Bundesgericht in Kalifornien.

Keine iPhone-App

Der Trick der Betrüger: Die echte App mit dem Namen «Sparrow Wallet» läuft nur auf Computern mit Windows, macOS oder Linux. Eine iPhone-Version gibt es nicht. Wer im App Store danach suchte, fand nur Fälschungen. Die Fake-App leitete die eingegebenen Seed-Phrases direkt an Kriminelle weiter, so konnten sie die Kryptos klauen.

Die Kläger werfen Apple vor, den App Store seit Jahren als sicheren Marktplatz zu vermarkten, die Apps aber ungenügend zu prüfen. Laut der Klageschrift soll Apple die Fälschung sogar in kuratierten Krypto-Sammlungen aufgeführt haben.

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Sogar Craig Raw, der Entwickler der echten «Sparrow Wallet», warnte im Januar 2024 öffentlich vor den Fake-Versionen im App Store. Später reichte er eine Platzhalter-App ein, die Nutzer über die Fälschungen aufklären sollte. Apple drohte zunächst, sein Entwicklerkonto zu sperren, krebste aber zurück.

Nicht der erste Fall

Gefälschte Krypto-Apps rutschen regelmässig durch die Prüfungen in App Stores. Im April kursierte eine Fake-Version von «Ledger Live» in Apples App Store, mehr als 50 Nutzer verloren 9,5 Millionen Dollar. Bei Google stand 2024 vier Monate eine falsche «WalletConnect»-App im Play Store: 10'000 Downloads, rund 150 Opfer. Der Trick war derselbe wie bei Sparrow – eine offizielle App gab es nie.

Apple wehrt sich

Apple erklärt gegenüber US-Techportalen, man habe die Fake-Apps rasch entfernt und die dazugehörigen Entwicklerkonten gelöscht. Aktuell seien keine Kopien von «Sparrow Wallet» mehr im Store. 2025 habe der Konzern über 371'000 App-Einreichungen abgelehnt, weil sie andere Apps kopierten oder die Nutzer täuschten. Den Klägern reicht das aber nicht. Sie wollen nun ihr Geld zurück, Schadenersatz und bessere Prüfverfahren samt Warnhinweisen bei Krypto-Apps. Ob die Klage durchkommt, ist offen.

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