Darum gehts
- Saudi-Arabien gründet maritimes Militärbündnis mit 13 Staaten wegen Konflikt im Jemen
- Huthi-Miliz kontrolliert Bab al-Mandab und greift saudische Öltanker an
- 14 Staaten wollen durch Bündnis maritime Bedrohungen in der Region bewältigen
Die für den internationalen Rohstoffhandel essenzielle Strasse von Hormus ist seit Beginn des Irankrieges Ende Februar regelmässig blockiert. Das ist besonders für Saudi-Arabien ein Problem. Das Königreich passte deshalb seine Exportstrategie an und schickte seine Öltanker mehrheitlich durch die Meerenge Bab al-Mandab zwischen dem Jemen, Eritrea und Djibouti.
Auch diese Route ist nun allerdings in Gefahr. Anfang letzter Woche kündigte die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz ein Durchfahrtsverbot für saudi-arabische Schiffe in der Meerenge an. Die Huthis kontrollieren Bab al-Mandab. In der Nacht vom 23. Juli wurden ausserdem zwei saudische Öltanker von der Miliz angegriffen.
Maritimes Militärbündnis mit 14 Staaten
Die Saudis reagieren nun mit einem neuen Militärbündnis. Wie das Königreich am Donnerstag ankündigte, sind insgesamt 13 Staaten in ein maritimes Verteidigungsbündnis mit den Saudis eingetreten. Zu diesen Ländern gehören etwa die Türkei, Pakistan und Ägypten. Ziel des Bündnisses sei es, maritime Bedrohungen in der Region effektiver zu kontern.
An dem Treffen zur Gründung des Militärbündnisses haben auch europäische Staaten teilgenommen. Die Sperrung von Bab al-Mandab hat auch Auswirkungen auf den Westen. Nebst diversen Endprodukten wie Elektronikartikeln oder Geschirr wird auch viel Schwefel für die industrielle Verarbeitung über die Meerenge verschifft. Zudem dürfte eine Blockade der Meerenge zu weiteren Lieferengpässen führen.