Darum gehts
- Iran stoppt Gespräche mit USA wegen Israels Aktionen im Libanon
- Teheran fordert vollständigen Rückzug Israels aus Libanon und Gaza
- Israel erobert Burg Beaufort nach intensiven Kämpfen im Südlibanon
Iranische Medien, etwa die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim, meldeten am Montag, dass das Mullah-Verhandlungsteam den Austausch mit den USA aufgrund der von Israel ausgeweiteten Kämpfe im Libanon eingestellt hat. Die Gespräche würden erst fortgesetzt, wenn die iranischen Forderungen nach einem Stopp der israelischen Militäraktionen im Libanon und im Gazastreifen erfüllt seien, hiess es aus Teheran. Die iranischen Verhandler sollen einen vollständigen Rückzugs Israels aus den erwähnten Gebieten gefordert haben.
Der Iran deutete laut Tasnim an, die Strasse von Hormus vollständig zu blockieren und «andere Fronten zu aktivieren», darunter die ebenfalls wichtige Meeresstrasse Bab al-Mandab.
Iran droht USA und Israel
US-Präsident Donald Trump (79) tat einen möglichen Zusammenbruch der Friedensverhandlungen im Gespräch mit CNBC als unbedeutend ab. «Ehrlich gesagt ist es mir egal, ob sie beendet sind», sagte der Republikaner. «Das ist mir wirklich egal. Es könnte mir nicht weniger wichtig sein.» Trump merkte weiter an, er werde Israel-Premier Benjamin Netanyahu (76) fragen, «was mit dem Libanon los ist».
Kurz darauf schrieb er in einem Post auf Truth Social, er habe ein sehr produktives Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten geführt. «Es werden keine Truppen nach Beirut entsandt; alle Truppen, die unterwegs waren, wurden bereits zurückbeordert», teilte Trump mit. «Ebenso hatte ich über hochrangige Vertreter ein sehr gutes Gespräch mit der Hisbollah, und sie haben zugestimmt, dass alle Feindseligkeiten eingestellt werden – dass Israel sie nicht angreifen wird und sie Israel nicht angreifen werden.» In einem weiteren Post kündigte Trump am Abend Schweizer Zeit an, die Gespräche mit dem Iran würden «zügig fortgesetzt».
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi (63) hatte auf der Plattform X erklärt, dass der Waffenstillstand zwischen Teheran und Washington einen Waffenstillstand auf allen Ebenen bedeute, einschliesslich des Konflikts im Libanon. Ein Verstoss gegen das Abkommen in einem Bereich käme einem Verstoss in allen Bereichen gleich, betonte Araghtschi. «Die Vereinigten Staaten und Israel tragen die Verantwortung für alle Folgen dieser Verstösse», fügte er hinzu.
Israel erobert wichtige Festung im Libanon
Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Esmail Baghaei (51), erklärte zudem, mangelndes Vertrauen, häufige Positionswechsel der USA und Israels Vorgehen im Libanon seien die Hauptgründe für die Verzögerung der diplomatischen Gespräche mit den Amerikanern. Er betonte zudem, ein Waffenstillstand im Libanon sei unabdingbarer Bestandteil jedes Abkommens zur Beendigung des Krieges.
Das US-Militär hatte zuvor bekannt gegeben, zwei vom Iran abgefeuerte Raketen abgefangen zu haben. Die Raketenangriffe galten US-Stützpunkten in Kuwait. Die Raketen wurden laut US-Zentralkommando umgehend neutralisiert und es gab keine Opfer.
Am Sonntag hatte Israel die strategisch bedeutende Burg Beaufort im Südlibanon eingenommen. Die Einnahme der Burg folgte auf mehrere Tage intensiver Gefechte in der Region.