Darum gehts
- Pony Anfang Juli in einem Citroën-Kofferraum auf Fähre nach Ischia (I) entdeckt
- Tierschützer fordern Ermittlungen wegen Tierquälerei, Pony wohl stundenlang eingepfercht
- Gefahr für Pony: Überhitzung, fehlendes Wasser, Panik und mögliche Unfälle
Normalerweise wird ein Pony in einem Pferdeanhänger transportiert. Anders sah es Anfang Juli auf einer Fähre auf die italienische Insel Ischia aus. Dort wurde ein solches Tier in einem roten Kleinwagen der Marke Citroën von A nach B gebracht. Aufnahmen zeigen das Kleinpferd im Kofferraum.
Bemerkt wurde die kuriose Szene offenbar von einer Schweizer Touristin. Sie soll sich an den italienischen Tierschutzaktivisten Enrico Rizzi gewandt haben. Rizzi machte den Vorfall anschliessend auf Instagram öffentlich. Er fordert gemeinsam mit dem Politiker Francesco Emilio Borrelli (52) Ermittlungen wegen Tierquälerei.
Peta: Pony könnte stundenlang in Kofferraum gepfercht gewesen sein
Die Tierschutzorganisation Peta Schweiz hat auf Anfrage eine klare Meinung zum Tiertransport. Sie verurteilt die Aktion scharf. «Der Halter des Ponys hat absolut rücksichtslos gehandelt», findet Fachreferent Peter Höffken. Und weiter: «Der Transport in dem Kofferraum ist Tierquälerei und fahrlässig.»
Genauer: «Zum einen ist der Kofferraum des Kleinwagens viel zu eng für das Tier, es kann sich nicht mal drehen oder aufrecht und gerade stehen. Es ist eine Qual für das arme Tier, so stundenlang verharren zu müssen». Höffken geht davon aus, dass das Tier noch länger als die reine Fährzeit in dem Kofferraum eingepfercht gewesen sein muss.
Pony im Kofferraum kann lebensbedrohlich sein
Der Kofferraum kann sich für das Tier schnell zur Hitzefalle entwickeln, warnt Höffken. Womöglich hätte es an Überhitzung sterben können. Höffken stellt zudem infrage, ob eine ordentliche Versorgung mit Trinkwasser gewährleistet war. «Vermutlich nicht», so seine Einschätzung in Kürze.
Auch abseits der Fähre droht dem Tier Gefahr. «Auf der Strasse könnte es bei abruptem Bremsen schwere Verletzungen davontragen.» Damit nicht genug. «Pferde geraten leicht in Panik, weil sie Fluchttiere sind. Sollte das Pony während der Fahrt in Panik geraten, könnte ein schwerer Unfall ausgelöst werden», warnt der Tierschützer. Sein Fazit zum Aufreger: «Wer mit einem Tier derart rücksichtslos und fahrlässig umgeht, sollte keine Tiere halten dürfen.»
Immerhin findet Höffken noch lobende Worte für die Schweizer Touristin. «Wir sind der Touristin und allen Menschen dankbar, die nicht wegschauen. Oft bewirkt erst die Veröffentlichung solcher Fälle, dass sich auch auf gesetzlicher Ebene etwas ändert oder zumindest eine breite Diskussion entsteht.»