Lachende Marokkaner
Virales Video soll Ansturm auf Ceuta ausgelöst haben

Im Internet und in Whatsapp-Gruppen wurde ordentlich für den Grenzübertritt nach Ceuta geworben. Besonders ein Video jubelnder Migranten soll für eine Welle der Nachahmung gesorgt haben. Behörden warnen vor Missbrauch sozialer Medien durch Schleuser.
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Jubelnde junge Männer und erhobene Daumen – so stellte ein Video auf Facebook die Grenzübertretung von Marokko nach Ceuta dar.
Foto: Facebook

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Facebook-Video soll Massenmigration nach Ceuta ausgelöst haben, Tausende erreichten die Exklave
  • Schleuserbanden nutzten Social Media und Gerichtsurteil für Mobilisierung aus
  • Überwacht wurden die Banden und deren Tun im Internet nicht
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Angela RosserJournalistin News

Seit Tagen dominieren Bilder und Artikel des Ansturms Tausender Menschen in Ceuta die Medien. Bilder sollen auch der Auslöser für das polarisierende Ereignis gewesen sein. Oder besser ein Video auf Facebook.

Das besagte Video, das viral ging, zeigt eine Gruppe von Migranten, die nach einem illegalen Grenzübertritt in die spanische Exklave Ceuta jubeln. Es soll eine zentrale Rolle bei der Massenflucht gespielt haben, sagt Myriam Cherti vom Zentrum für Migration, Politik und Gesellschaft der Universität Oxford gegenüber «Daily Mail».

Welle der Nachahmung

Es sei als «Vorzeigeaktion für Gleichaltrige» interpretiert worden. Die jungen Männer im Clip zeigen grinsend Friedenszeichen, andere halten offenbar auch bereits vorläufige Ausweise hoch. Cherti sagt, dass das Video eine Welle der Nachahmung ausgelöst und so viele andere inspiriert habe. «Es war eine Art Schaufenster für Gleichaltrige», erklärt sie. 

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Die Wirkung sozialer Medien auf die Migration zeigt sich auch an weiteren Clips. Laut «Daily Mail» tauchte kurz vor der Massenflucht auch ein Tiktok-Video auf, das einen Raum voller Neoprenanzüge und Schwimmflossen zeigte – eine klare Vorbereitung auf den Grenzübertritt.

Schleuserbanden verantwortlich gemacht

Solche Beiträge verbreiteten sich rasend schnell und inspirierten Migranten, in Richtung Ceuta zu strömen. Der Grundton der Botschaften sei: «Die spanische Grenze ist offen, ihr könnt ohne Papiere einreisen», schreibt «El Pais»

Cherti betont, dass neben Erfolgsgeschichten auch Videos kursierten, die vor dem Grenzübertritt warnten. Ein ehemaliger Migrant riet davon ab, nachdem er selbst nach Marokko zurückgekehrt war, weil er in Ceuta keine Perspektive fand.

Spanische wie marokkanische Behörden beschuldigen Schleuserbanden, Social Media und auch Whatsapp-Gruppen zur Mobilisierung missbraucht zu haben. Sie sollen ein Urteil des Obersten Gerichtshofs ausgenutzt und propagiert haben. Das Urteil untersagt die summarische Rückführung von Personen auf See.

Falsche Auslegung

Der spanische Oberste Gerichtshof hat aber nicht grundsätzlich verboten, Menschen aus Ceuta zurückzuführen. Er hat aber entschieden, dass die Sofortzurückweisung nur bei einem Versuch gilt, eine physische Grenzanlage zu überwinden, also etwa einen Zaun. Wer dagegen schwimmend oder per Seeweg ankommt, muss ein reguläres Verfahren mit Identifizierung, Rechtsbeistand und Möglichkeit eines Schutzantrags bekommen.

Das Urteil schaffe für Menschen, die übers Meer kommen, ein Verfahrensrecht und damit einen möglichen Anreiz, überhaupt bis nach Ceuta zu gelangen, sagte Migrationsforscher Gerald Knaus am Wochenende zu Blick. Spanien sei aber weiter in der Lage, Menschen zurückzuführen. Die Behauptung, dass man nach einer solchen Aktion einfach bleiben könne, ist falsch. In dem Interview mit Blick macht Knaus auch klar, dass Spanien nicht für diesen Vorfall verantwortlich gemacht werden könne.

«Die EU hat aber heute keine Strategie, um solche Situationen zu unterbinden. Das gilt auch für Italien, Zypern, Griechenland», sagt er. Die EU brauche funktionierende Abkommen auch mit anderen Drittstaaten. «Sonst bleibt sie verwundbar.»

Keine der beiden Regierungen hat sich dazu geäussert, ob die Gruppen überwacht wurden, bevor sie die Stadt überrannten.

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