Darum gehts
- Ostsee-Wal Timmy kämpft seit März mit wiederholtem Stranden bei Poel
- Private Rettungsaktion mit Luftkissen, Baggern und Netzen bleibt erfolglos
- Erstmals am 3. März gesichtet, zuletzt am 31. März gestrandet
Am Wochenende fand vor der Insel Poel der Versuch einer spektakulären Rettungsaktion statt. Mithilfe von Luftkissen, Bagger und einem Netz sollte Ostsee-Wal Timmy von der Sandbank befreit und nach Hause in den Atlantik gezogen werden. Die private Rettungsaktion ist noch nicht abgeschlossen und Experten wie der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack sehen kein Happy End für den Riesen. Eines muss man dem Wal jedoch lassen: Er hat sich in der Vergangenheit immer wieder einen Ruck gegeben.
Erste Sichtung
Das erste Mal tauchte Timmy laut «Welt» am 3. März im Hafen von Wismar auf. Bereits dort versuchten Einsatzkräfte, Netzreste von dem Tier zu entfernen. Gegen Abend schwamm er dann in Richtung offenes Meer. Die nächsten Tage verbrachte er in Küstennähe und sorgte immer wieder für Aufsehen, wenn er gesichtet wurde.
Lübecker Bucht
Am 20. März tauchte Timmy in der Lübecker Bucht auf. Erneut hatte sich das Tier ungünstig in einem Netz verheddert. Nachdem die Wasserschutzpolizei die Organisation Sea Shepherd verständigt hatte, versuchten diese, das Säugetier von der Leine zu befreien. Das gelang jedoch nur teilweise und Timmy schwamm in Richtung Meer davon.
Timmendorfer Strand
Leider kehrte er am Montag, dem 23. März, an die Küste zurück und strandete auf einer Sandbank beim Timmendorfer Strand. Was darauf folgte, war eine Woche voller unglücklicher Rettungsversuche mit Schaulustigen, Behörden und Experten. Die Option, dem Wal Sterbehilfe zu leisten, stand bereits damals im Raum. Erst am Freitagmorgen befreite sich Timmy und schwamm abermals auf das offene Meer zu.
Insel Walfisch
Dann der Schock: Bereits einen Tag später, am 28. März, steckte der Riese erneut fest. Wieder in der Bucht von Wismar, südlich der Insel Walfisch. Die Experten und der Umweltminister Till Backhaus (67) fragten sich, ob dem Tier überhaupt noch geholfen werden kann.
Insel Poel
Timmy half sich selbst. In den nächsten Tagen schwamm er sich bei höherem Wasserstand mehrfach frei, nur um kurz darauf wieder liegenzubleiben. Am 31. März endete seine Reise dann für eine längere Zeit. Vor der Insel Poel, wo er erneut gestrandet war, errichteten die Behörden eine Absperrung. Dort sollte der Wal in Frieden sterben.
Kirchsee
Dieser Meinung waren nicht alle. In Absprache mit dem Umweltministerium eilte Media-Markt-Multimillionär Walter Gunz (79) dem Wal zur Hilfe. Seit dem Start der grossangelegten Rettungsaktion hat sich Timmy am Montag ein weiteres Mal aufgerafft, aber es noch nicht aus der Bucht geschafft.