«Würden dem Tier die Haut abziehen»
1:20
Timmy ist nicht transportfähig:«Würden dem Tier die Haut abziehen»

«Nicht zu akzeptieren»
Umweltminister will Wal Timmy nicht erlösen

Weiterhin kämpft der Buckelwal Timmy in der Ostsee ums Überleben. Meeresbiologen überprüfen am Dienstag seinen Zustand, anschliessend wird ein möglicherweise entscheidendes Gutachten erstellt. Die Behörden geben am Nachmittag eine Medienkonferenz.
Kommentieren
1/7
Eine Befreiung aus eigener Kraft gilt für Timmy leider immer noch als ausgeschlossen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Buckelwal Timmy kämpft seit einer Woche vor Poel ums Überleben
  • Wal zeigt Lebenszeichen, Umweltminister informiert zu Gutachten
  • Timmy 50-60 cm eingesunken, wird Wasserstand zum Problem?
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
vor 23 Minuten

Medienkonferenz beendet

Die Fragerunde ist abgeschlossen. Zum Schluss appelliert Backhaus an die Verantwortung der Medien. Die Medienkonferenz ist beendet. 

vor 25 Minuten

«Schwerste Entscheidung, die ich jemals treffen musste»

Backhaus verteidigt seine Leute: «Wir haben alles unternommen.» Er fordert Respekt vor der Arbeit und der gebündelten Kompetenz der Wal-Helfer. «Es ist eine der schwersten Entscheidungen, die ich jemals treffen musste. Wir treffen hier verantwortungsbewusste Entscheidungen», sagt Backhaus. Timmy sei schwer krank. «Er liegt fest.»

vor 35 Minuten

«Man muss das Tier in Ruhe lassen»

Bezüglich der Bergung sei alles geklärt, ergänzt der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern. «Wir müssen ihn bergen, so oder so.» Dafür steht unter anderem ein Katamaran zur Verfügung. Er appelliert aber: «Der Wal lebt noch»

Die Veterinärmedizinerin erläutert: «Wenn ich das Tier aus dem Flachwasser hole und es grossflächig verletze, habe ich nichts gewonnen. Man muss es in Ruhe lassen, dann kann es in Ruhe sterben. Das muss man akzeptieren.»

Der Wal-Experte erläutert, dass Teile von Timmys Körper nach seinem Tod der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden soll. Dass Timmy nun langsam sterben wird, ist für Umweltminister Backhaus «emotional ein Riesenthema». Er schliesst erneut aus, Timmy mit einer Waffe zu erlösen. Er zitiert das deutsche Tierschutzgesetz: «Niemand hat das Recht einem Tier Schaden zuzufügen.»

vor 46 Minuten

Wie lange dauert es, bis Timmy stirbt?

«Buckelwale brauchen sehr viel Zeit, um zu sterben», sagt der Wal-Experte jetzt. «Sie können monatelang ohne Nahrung sein.» Das Team hofft, dass Timmy nicht lange leiden muss. 

Den Bergungszeitraum gibt Backhaus mit drei Tagen insgesamt an. Zwei Tage für die Vorbereitung und ein Tag für die tatsächliche Bergung. «Wir wollen die Todesursache wissen», gibt Backhaus zu Protokoll. 

vor 50 Minuten

Ist es Zeit, Timmy zu erlösen?

Es sieht schlecht aus für Timmy. «Wir haben alle Transportoptionen geprüft», sagt Backhaus. «Das Tier ist in einem ganz schweren und schwierigen Zustand.»

Eine Journalistin fragt, ob man das Tier nicht erlösen kann. Vergiften, Sprengladung oder die Harpune: «Das sind für mich Massnahmen, die sind nicht zu akzeptieren», sagt Backhaus. 

Wie hoch sind die Kosten des Einsatzes bisher? «Die Kosten kenne ich noch nicht», so Backhaus. Es gibt ein Bergungskonzept, erklärt Backhaus. Aktuell ist diese aber nicht möglich.

vor 55 Minuten

Veterinärmedizinerin: Timmy hat Organschäden erlitten

Der Experte sieht die Seilreste im Maul des Tieres als Ursache für die mehrfache Strandung des Wals. Anschliessend gibt er ab an eine Veterinärmedizinerin. 

«Bei dem Tier fällt auf, dass sich der Allgemeinzustand verschlechtert hat. Es erscheint geschwächt», sagt sie. Ein Anheben des Tieres schliesst sie aus. «Das würde ein erhöhtes Leiden verursachen. Wir gehen davon aus, dass das Tier nicht transportfähig ist.»

Die Experten gehen davon aus, dass Timmy Organschäden erlitten haben. «Wir würden davon abraten, dieses Tier lebend bergen zu wollen.»

vor 59 Minuten

Timmy kann sich nicht aus eigener Kraft freischwimmen

Jetzt spricht ein Experte. Der Vorfall an der Küste Deutschlands sei «weltweit einmalig». «Es ist nicht schön, das Tier so zu sehen, wie es da draussen ist. Das ist bitter», schiebt er nach. 

Den Wasserstand gibt der Experte mit 1,40 Metern an. «Wenn das Tier sich aus eigener Kraft freischwimmen wollte, brauchte es einen 60 Zentimeter höheren Wasserstand. Die Prognose gibt aber eher einen leicht sinkenden Wasserstand her.»

16:11 Uhr

«Haben Tag und Nacht durchgearbeitet»

«Mir geht es um den Wal, wie man ihm helfen kann», betont Backhaus. «Wir haben Tag und Nacht durchgearbeitet», erklärt er. «Es ist wichtig, dass wir das nach bestem Wissen und Gewissen gemacht haben.»

Er fährt fort: «Der nächste Wal wird kommen.» Er mahnt, dass man Tieren helfen und gut mit der Umwelt umgehen soll. Der Buckelwal stehe für ein sich durch den Klimawandel veränderndes Ökosystem. 

16:07 Uhr

«Schlimmste Osterphase, die ich jemals erlebt habe»

Jetzt ist Umweltminister Till Backhaus vor die Presse getreten. Er kündigt an, die Grundzüge des Gutachtens zu Timmys Gesundheitszustand vorzustellen. Dank Drohnen habe man «sehr, sehr gute Erkenntnisse» sammeln können. Backhaus hat sich zudem an die Welt-Wal-Kommission gewandt, mit der Bitte um eine Expertise. «Für mich persönlich war es die schlimmste Osterphase, die ich jemals erlebt habe.»

15:17 Uhr

Wie geht es mit Timmy weiter?

Wie geht es Buckelwal Timmy? Meeresbiologen haben sich dem Tier am Dienstag erneut genähert, um sich ein Bild vom Zustand des Wals zu machen. Nun soll ein Gutachten erstellt werden.

Buckelwal Timmy kämpft weiter ums Überleben.
Foto: KEYSTONE

Am späten Nachmittag äussert sich der Umweltminister des Bundeslands Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (67), in einer Medienkonferenz zur aktuellen Wal-Lage. Blick tickert die Presserunde live.

Ende des Livetickers

Der Buckelwal Timmy liegt nun fast seit einer Woche unverändert in der Bucht vor der deutschen Ostsee-Insel Poel. Er kämpft weiterhin um sein Überleben. Die Retter haben die Hoffnung bereits aufgegeben, doch noch einmal soll Timmys Lage abgeklärt werden.

Meeresbiologen sind erneut mit einem Boot zu Timmy hinausgefahren, um seinen Zustand genauer zu überprüfen. Das berichtet «Bild». Der Wal reagierte auf ihre Annäherung mit einer kräftigen Atemfontäne, ein Zeichen, dass er noch bei Kräften ist. Auf Grundlage ihrer Einschätzung soll ein Gutachten zu seinem Überleben erstellt werden. Der Umweltminister des Bundeslands Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (67), will sich am Nachmittag an einer Medienkonferenz erneut melden.

Wird Timmy ertrinken?

Auch Wale können ertrinken. Als Säugetiere mit Lungen müssen sie regelmässig an die Oberfläche kommen, um Luft zu holen. Gelangt Wasser in das Blasloch, besteht akute Erstickungsgefahr.

Der Wasserstand ist derzeit vergleichsweise hoch und bedeckt grosse Teile seines Körpers. In sozialen Netzwerken wächst deshalb die Sorge, der Wal könne ertrinken. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums gab jedoch Entwarnung: «Der aktuelle Wasserpegel ist unbedenklich, Timmy hebt zum Atmen selbständig den Kopf.»

Zwar ist der Wasserstand aktuell erhöht, und von Timmys Finne ist nur noch wenig zu sehen. Da der Wal etwa 50 bis 60 Zentimeter tief eingesunken ist, ist das Wasser um ihn herum weiterhin seicht. Eine Befreiung aus eigener Kraft gilt daher als ausgeschlossen. Doch der Pegel soll im Laufe des Tages wieder sinken.

Wal-Experte Lehmann kündigt «Mission» an

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt Wal-Experte Robert Marc Lehmann (43). Seit Montagabend ist sein Instagram-Profil inaktiv. Der Influencer war zuvor an einer ersten Rettungsaktion beteiligt und geriet danach mit Behörden in Konflikt.

Sein Verein erklärte dazu: «Er befindet sich aktuell auf einer Mission, die seinen vollen Fokus benötigt.» Weitere Details wurden nicht genannt.

Ist der Wal festgebunden?
0:44
Tieraktivisten posten Video:Ist der Wal festgebunden?

Ist Timmy angebunden?

Am Dienstagmorgen machten zudem in den sozialen Medien Gerüchte die Runde, Timmy könnte angebunden worden sein. Auslöser war ein Video, in dem der Wal mit der Schwanzflosse aus dem Wasser schlägt, dabei scheint ein Seilstück sichtbar zu sein. Die Behörden widersprechen dieser Darstellung jedoch.

Ein Sprecher stellte richtig: «Wir kennen dieses Video. Natürlich ist der Wal nicht festgebunden. Es handelt sich vermutlich um ein Stück Schlauch der Bewässerungsanlage.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen